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Ende für ORF & Co.? Studie sagt TV-Revolution voraus

Das Fernsehverhalten wird sich weltweit rapide ändern, auch in Österreich, so eine Studie von "A.T. Kearney".
Heute Redaktion
13.09.2021, 23:47

Österreich liegt im Index für die Ablösung des globalen traditionellen TV-Marktes auf Rang 20 und damit im guten Mittelfeld – so lautet das Fazit der Studie "NextGen Video: Winning in the New Video Environment" der Unternehmensberatung A.T. Kearney. "Breitbandverfügbarkeit in der Fläche und die Bereitschaft für Inhalte zu zahlen, sind in Österreich noch nicht so ausgeprägt, wie beispielsweise in den skandinavischen Ländern, die in Europa führend sind in diesem Index", so Florian Dickgreber von A.T. Kearney.

Die Veränderung in Richtung Netflix, YouTube und Amazon bringt ein breites Angebot und hohe zeitliche Verfügbarkeit für Konsumenten. Jedoch werden die neuen Anbieter in Zukunft einen großen Anteil an den Rechten für Premium-Inhalte innehaben. Dies bedeutet möglicherweise eine spätere oder gar keine Verfügbarkeit in Österreich.

Eine Frage der Rechte

"Hier blicken wir gespannt auf die noch kommenden Verhandlungen über die Formel 1 Rechte mit Free und Pay-TV – gerade für Österreich mit einem eigenen Austragungsort ein intensiv diskutiertes Thema" , so Axel Freyberg, Leiter der Practice Telekommunikation, Medien und Hightech für Europa, den Mittleren Osten und Afrika.

Die Studie beurteilt die Veränderungen und neuen Geschäftsmodelle des globalen TV-Marktes. Auf der Grundlage von Interviews mit mehr als 80 Führungskräften von Pay-TV-Anbietern, Telekommunikations- und Kabelunternehmen, Online-Video- und Rundfunkanbietern wurde ein Index erstellt, der beurteilt, wie viel Veränderung jedes Land in den nächsten fünf Jahren erwarten kann.

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"Kein Platz für alle"

Das Angebot an reinen Internet-Plattformen wird zunehmen: 64% der Befragten erwarten, dass Sender ihre eigene Plattform einführen werden und zukünftig 75% des Umsatzes durch Abos und 25% durch Einzelabrufe generiert werden. Dadurch, dass es den meisten Anbietern und neuen Service-Betreibern an Fähigkeiten, Ressourcen und Erfahrungen fehlt, können die Unternehmen punkten, die die große Masse an Inhalten strukturieren und ihren Kunden übersichtlich und attraktiv aufbereitet anbieten.

Dies umfasst vor allem individuelle Vorschläge aufgrund persönlicher Präferenzen. "Viele Unternehmen im TV-Ökosystem könnten eine Content-Navigator-Rolle übernehmen, jedoch wird es keinen Platz für alle geben", so Freyberg. Rund 53% erwarten für den globalen TV- und Video-Markt in den nächsten fünf Jahren eine Verschiebung der Umsätze weg vom linearen TV hin zu On-Demand-Angeboten.

Netflix als Favorit

Die Befragten nennen Netflix (32%), Google (26%) und Amazon (17%) als die größten Konkurrenten für ihr Geschäft. Premium-Inhalte werden laut A.T. Kearney in der Zukunft stärker bei diesen liegen. Der Wettbewerb für die österreichischen Kabel- und Telekommunikationsunternehmen wird zunehmen. Die richtigen Inhalte und die Aufbereitung der immer breiteren Inhalte werden den Wettbewerb auch in Östereich entscheiden. (red)