Am Freitag, dem 13. März 2020, änderte sich das Leben von "Heute"-Leserin Yvonne aus Wien schlagartig: Per Mail wurde die jetzt 33-Jährige darüber informiert, dass bei ihr ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert wurde.
Seither kämpft die Mutter eines neunjährigen Buben, mehrmals wurde sie operiert und unterzog sich Chemotherapien. Ihre Kraft schwindet. Selbst für die einfachsten Tätigkeiten (anziehen, kochen, Körperpflege) hat die Wienerin laut PVA einen Pflegebedarf. Trotzdem meint man dort: Sie sei berufsfähig.
Allein im Vorjahr musste Yvonne vier Operationen im Kopfbereich über sich ergehen lassen. Der hochgradig bösartige und schnell wachsende Hirntumor schränkt die Lebenserwartung der Wiener Mutter auf ein Minimum ein. Trotz aller Herausforderungen – unter anderem dem Bürokratie-Wahnsinn – gibt Yvonne nicht auf.
Yvonne befindet sich mittlerweile in palliativer Behandlung. "Ich leide unter massiven körperlichen, kognitiven und psychischen Einschränkungen – und bin definitiv nicht mehr arbeitsfähig", so die 33-jährige Mutter gegenüber "Heute".
Die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) hat selbst ein Gutachten erstellt: Es bestehe Pflegebedarf für die kleinsten Erledigungen wie die Zubereitung von Mahlzeiten, das An- und Ausziehen, die Einnahme von Medikamenten oder die Körperpflege.
Yvonne solle trotz dieser massiven Einschränkungen arbeiten gehen, denn: Sie bekommt keine Berufsunfähigkeitspension, muss sich in Abständen von 6 Monaten krankschreiben lassen und dies ihrem Arbeitgeber vorlegen.
„Trotz allem muss ich gerade nicht nur um mein Leben kämpfen, sondern auch gegen ein System, das mich im Stich lässt.“Yvonne (33) aus Wienhat einen Hirntumor im Endstadium, soll laut PVA trotzdem arbeiten gehen
Trotz eindeutiger Befunde und 60-prozentiger Behinderung wurde ihr Antrag auf Berufsunfähigkeitspension abgelehnt. Seitens der PVA heißt es auf Anfrage von "Heute" nur: "Frau Yvonne bezieht Rehabilitationsgeld für die weitere Dauer der Berufsunfähigkeit/Invalidität. Frau Yvonne bezieht weiters Pflegegeld der Stufe 2."
Die Wienerin fühlt sich im Stich gelassen. Statt einer Berufsunfähigkeitspension bekommt sie Rehabilitationsgeld. Und: Ohne Berufsunfähigkeitspension muss sich die Wienerin mit letzter Kraft auch noch regelmäßig für Verlängerungen von Krankschreibungen zum Hausarzt schleppen.
„Weiß die PVA überhaupt, was Rehabilitation heißt? Ich bin im Endstadium Krebs – die sollen mir gerne sagen, wo ich mich rehabilitieren kann. Ich komme sofort!“Yvonne (33) aus WienZeigt sich verärgert über die Vorgehensweise der PVA
Statt einer Berufsunfähigkeit "wurde ich in das Rehabilitationssystem gedrängt. Ein System, das für Menschen gedacht ist, die wieder gesund werden können. Ich hingegen werde sterben", so Yvonne.
Laut Bescheid wolle die PVA "den Krankheitsverlauf abwarten", so Yvonne. "Ich frage: Worauf wird gewartet? Ich werde sterben." Während Yvonne weiter um ihre Existenz und Gesundheit bangt, will sie aber nicht aufgeben. Trotzdem hat sie wenig Verständnis für die Vorgehensweise der Pensionsversicherungsanstalt: "Das ist nicht nur unverständlich, das ist unmenschlich."