Energie-Konzern mit dramatischer Preis-Ansage an Kunden

Blick über ein blühendes Rapsfeld und Windturbinen auf das RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath, NRW.
Blick über ein blühendes Rapsfeld und Windturbinen auf das RWE-Braunkohlekraftwerk Neurath, NRW.Oliver Berg / dpa / picturedesk.com
Putins Angriffskrieg auf die Ukraine hat die EU-Energie-Märkte in eine Teuerungsspirale geschleudert. Die Preise könnten noch Jahre extrem bleiben.

18.000 Mitarbeiter, 24,5 Milliarden Euro Umsatz – RWE gehört zu den Schwergewichten unter den Energieversorgern. Neben Braunkohle, Windkraft und Kernenergie hat der deutsche Konzern auch noch zahlreiche Gaskraftwerke in Betrieb. Bis zum 24. Februar bezog Deutschland bequem und günstig das nötige Erdgas über die eigene "Nord Stream"-Pipeline direkt aus Russland. Dann hat Wladimir Putins Angriffsbefehl alles auf den Kopf gestellt – und die Energiemärkte Europas in eine beispiellose Teuerungsspirale befördert.

"Drei bis fünf Jahre"

Ganz Europa, darunter natürlich auch Österreich, ächzt unter den nun hohen Strom- und Gaspreisen, die die Inflation auf die höchsten Werte seit rund einem halben Jahrhundert getrieben haben. In dieser Situation will man eine Prognose, wie sie RWE-Vorstandschef Markus Krebber nun abgegeben hat, am liebsten gar nicht hören.

"Es wird vermutlich drei bis fünf Jahre dauern", sagte der Top-Manager gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" zu den Energie-Engpässen und hohen Preisen. Der Grund: "Es braucht Zeit, bis neue Kapazitäten geschaffen sind und andere Staaten zusätzliche Energie liefern können."

Putin dreht Gas-Hahn zu

Wie auch in Österreich, will die deutsche Bundesregierung nun wieder alte Kohle-Meiler hochfahren, um die Gas-Ausfälle zu ersetzen bzw. Reserven zu sparen. "Überall, wo man auf andere Energieträger umstellen kann, sollte das erfolgen", empfiehlt Krebber.

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Auch bei den Deutschen wirkt sich die Drosselung der Gaslieferungen aus Russland bereits aus. "Auch wir bekommen deutlich weniger als die vereinbarten Mengen", sagt der RWE-Chef. Der Konzern, der zahlreiche kalorische Kraftwerke auch in Großbritannien und den Niederlanden betreibt, müsse den Brennstoff nun "zu deutlich höheren und weiter steigenden Preisen kaufen".

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