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England-Schiri bittet nach Morddrohungen um Auszeit

Mike Dean ist als exzentrischster Schiedsrichter der Premier League bekannt. Nach Morddrohungen von Fans tritt der 52-Jährige erstmal kürzer.
Sebastian Klein
09.02.2021, 11:11
olympia live
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Nach umstrittenen Entscheidungen auf dem Platz wurden Premier-League-Schiedsrichter Mike Dean und seine Familie Ziele mehrere Morddrohungen. Der Unparteiische bittet daher um eine Pause, wird vorerst kein Spiel der englischen Liga mehr leiten.

Das FA-Cup-Duell zwischen Leicester City und Brighton and Hove Albion wird er zuvor noch planmäßig leiten.

Was war passiert? Dean stand zuletzt gleich zwei Mal medial im Fokus. Er leitete Manchester Uniteds 9:0-Sieg über Southampton. Dabei schickte er Jan Bednarek mit Rot vom Platz, trug damit maßgeblich zum historischen Debakel des österreichischen Trainers Ralph Hasenhüttl bei. Die Saints beschwerten sich anschließend, verlangten, dass Dean in naher Zukunft keine Partie des Klubs mehr leiten dürfe. Die Rote Karte wurde annulliert, Bednarek entging somit der obligatorischen Drei-Spiele-Sperre.

Nächster Schauplatz: London. Am Samstag erkämpfte sich Außenseiter Fulham ein torloses Remis im Heimspiel gegen West Ham United. Spielleiter Mike Dean zeigte Hammers-Star Tomas Soucek in der Schlussphase für einen vermeintlichen Ellbogenschlag eine Rote Karte. Der Videoassistent schaltete sich ein, trotzdem bestand Dean auf seine Entscheidung. Wieder annullierte der Verband die Sperre im Nachhinein. Einzelne West-Ham-Anhänger reagierten mit den angesprochenen Morddrohungen.

Der englische Schiedsrichterverband äußerte sich dazu nun mit deutlichen Worten: "Bedrohungen und Beleidigungen dieser Art sind absolut inakzeptabel und wir unterstützen Mikes Entscheidung, diese Nachrichten der Polizei zu melden, vollkommen", wird Verbandsdirektor Mike Riley zitiert. "Niemand sollte Opfer solch abscheulicher Nachrichten werden." 

Mike Dean ist die schillerndste Figur unter den britischen Referees. Der 52-Jährige ist durch seine exzentrische Art bekannt. Manche feiern ihn für seine emotionale Herangehensweise. Bei vielen Fußballfans stößt sein Handeln auf dem Platz aber auf Kritik. Dean wird häufig Arroganz vorgeworfen, er rücke sich selbst anstelle der Kicker in den Vordergrund.

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