England-Teamchef erklärt seine Elfmeter-Entscheidung

Gareth Southgate (l.)
Gareth Southgate (l.)Pool via REUTERS
Aufarbeitung statt Titel-Euphorie in England! Nach der EM-Finalpleite gegen Italien steht Teamchef Gareth Southgate in der Kritik. Er erklärt sich.

Nach 120 Minuten stand es zwischen England und Italien 1:1. Southgate wechselte in letzter Minute nochmals, brachte im Hinblick auf das Elferschießen Marcus Rashford und Jadon Sancho. Gemeinsam mit Bukayo Saka sollten sie vom Penalty-Punkt gegen Italien den ersten großen Titel seit der WM 1966 fixieren.

Doch dann versagten die Nerven, alle drei vergaben vom Punkt. Prompt gab es im Anschluss Kritik. Vor allem daran, dass mit Saka ein 19-Jähriger als Letzter antreten sollte. "Du kannst nicht einen schüchternen 19-Jährigen vorschicken. Die anderen hätten viel mehr Erfahrung, Sterling hat Trophäen gewonnen, die müssen vorne weg gehen vor dem jungen Kind und aufstehen", meinte etwa England-Legende Roy Keane auf "ITV".

Trainer-Ikone Jose Mourinho meinte bei "talkSPORT": "Bei der Entscheidung der Elfmeterschützen: Ich denke, es ist hart, Saka als Letzten schießen zu lassen. Es ist hart für ein Kind, alles auf seinen Schultern zu haben in diesem Moment. Es tut mir leid für ihn."

Und was sagt der England-Teamchef dazu? Immerhin war es Gareth Southgate, der die Schützen fixierte. Er meint: "Wir wussten, dass sie die besten Schützen waren, die noch auf dem Platz standen. Das wird ihnen das Herz zerreißen, aber sie trifft keine Schuld daran, es war meine Entscheidung als Trainer." Weiters meint er zur Final-Niederlage im Elferschießen: "Es war ein Glücksspiel. Wenn wir früher im Spiel gezockt hätten, hätten wir das Spiel vielleicht in der Verlängerung verloren. Ich habe mich für die Jungs entschieden, die die Schüsse ausführen."

Mit Pleiten im Elferschießen hat Southgate schon selbst unangenehme Erfahrung gemacht. Bei der EM 1996 versagte er im Halbfinale gegen Deutschland vom Punkt. Über seinen Fehlschuss sagt er heute: "Ich habe ihn mehr als 20 Jahre mit mir herumgetragen. Ich habe damals unter Druck versagt. Und die Jungs, wie auch alle anderen, haben darunter gelitten."

Heute müssen Sancho, Saka und Rashford leiden. Gleich nach dem Spiel wurden sie zur Zielscheibe rassistischer Anfeindungen im Netz.Die Polizei nahm bereits Ermittlungen auf, für einige Personen dürften ihre Äußerungen noch Folgen haben.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:
SportUefaEnglandItalienLondonRassismus

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen