Wie viele Luxusjachten braucht ein Oligarch, für den Geld keine Rolle spielt? Dieser Frage ging die "Financial Times" nach und recherchierte über die schwimmenden Besitztümer des Oligarchen Roman Abramowitsch (55). Und sie fand heraus, dass dem Noch-Besitzer des FC Chelsea neben der "Eclipse" und der "Solaris" – die Abramowitsch rechtzeitig dem Zugriff westlicher Staaten entzog – noch mindestens drei weitere Schiffe gehören.
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So stieß ein Team aus vier Journalistinnen und Journalisten etwa auf die 55 Meter lange Jacht "Halo" und die 67 Meter lange "Garçon", ein Versorgungsschiff. Beide liegen derzeit in Antigua vor Anker – und bei beiden soll die wahre Eigentümerschaft so gut verschleiert sein, dass die Regierung des Karibikstaates erst durch die Anfrage der Journalisten erfuhr, dass sie mit einiger Sicherheit Abramowitsch gehören.
Laut Tom Keating vom Centre for Financial Crime and Security Studies müssen sich Regierungen und Banken in solchen Fällen "durch eine Welt navigieren, in der Spuren nach den wahren Eigentümern kalt werden und sich in einen Nebel von vorgeschobenen Firmen, Beauftragten und Sicherungen verwandeln".
In einem Brief an den britischen Hochkommissar für Barbados reagierte nun der Außenminister von Antigua und versprach "volle Mitarbeit" im Falle einer offiziellen Anfrage durch Großbritannien. Man habe zum registrierten Eigner der auf 60 Millionen US-Dollar geschätzten Schiffe, der auf den Britischen Jungferninseln domizilierten Wenham Overseas Ltd., entsprechende Informationen verlangt.
Die Behörde habe Antigua daraufhin einen Brief der Finanzbehörde der Jungferninseln zugestellt, die den wahren Eigner als Abramowitsch identifiziert habe. Dessen Schweizer Adresse sei lapidar als "Immeuble, Gatzby le Maginifique" – eine Anspielung auf den Roman "Der Große Gatsby" von F. Scott Fitzgerald – gelistet.
Die "Financial Times" kontaktierte bei ihren Recherchen einen Insider, der Abramowitschs Besitzverhältnisse bestens kenne und dem Team den Tipp mit der "Halo" und der "Garçon" gegeben hatte. Dieser gab weiter an, entgegen Meldungen, er habe das Schiff verkauft, gehöre auch die "Sussurro" nach wie vor Abramowitsch. Auch bei dieser 113-Meter-Superjacht war die Besitzerschaft über mehrere Firmen gut verwischt. Auf dem Schiff, das derzeit im französischen La Ciotat liegt, soll mehrmals ein Helikopter gelandet sein, der auch auf der "Solaris" gesehen wurde. Insgesamt soll der Wert der Flotte gegen eine Milliarde Dollar (90.510.000 Euro) betragen.
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Abramowitsch gilt als Intimus des russischen Präsidenten Wladimir Putin und ist aktuell auch in die Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine involviert. Zuletzt berichteten Medien über einen möglichen Gift-Anschlag auf den Oligarchen.