Entlassener ORF-Redakteur: Kollegen orten "Racheaktion"

Das ORF-Zentrum am Wiener Küniglberg.
Das ORF-Zentrum am Wiener Küniglberg.www.picturedesk.com
Heftige Misstöne nach der fristlosen Kündigung eines ORF-Redakteurs in Vorarlberg. Kollegen erheben schwere Vorwürfe.

Am 27. März wurde ein Mitarbeiter des ORF Vorarlberg entlassen, weil er offenbar gegen die internen Sicherheitsvorschriften verstoßen haben soll – "Heute" berichtete. Der langjährige Angestellte der Kulturabteilung soll im Landesstudio Dornbirn unberechtigt die Corona-Isolationszone und den dortigen Senderaum betreten haben. Er zählte aber nicht zum isolierten Team.

"Er hat nichts anderes getan, als sein Kollege am Vortag unter denselben Corona-Sicherheitsvorgaben: nämlich die Sendung vom üblichen Sendeplatz aus abzuwickeln. Allerdings mit ganz anderen Folgen: er wurde fristlos entlassen", kritisiert nun der ORF-Redakteursbeirat in einer Aussendung.

Bei dem entlassenen Kollegen handle es sich um einen langjähriger Kulturredakteur, "der sich in seiner Funktion als gewählter Redakteurssprecher für den Erhalt der Kultursendung auf Radio Vorarlberg stark gemacht hat. Damit hat er sich den Unmut des verantwortlichen Landesdirektors Markus Klement zugezogen."

Kündigung wird angefochten

Die Entlassung ohne vorherige Verwarnung oder Hinweis auf Konsequenzen ist aus Sicht des Redakteursrates "völlig überzogen". "Es ist nahe liegend, dass es sich hier um eine Racheaktion für einen unbequemen, mutigen Belegschaftsvertreter handelt", heißt es. "Das wäre dann eine verbotene Motivkündigung, über die das Arbeitsgericht jetzt entscheiden muss. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz wurde über die fragwürdigen Umstände der Entlassung am 30. März informiert – allerdings ohne Reaktion."

Die Kollegen orten ein Exempel, das an "einem engagierten Belegschaftsvertreter" statuiert werden soll. Die Folgen für den betroffenen Redakteur seien gravierend – er habe seinen Arbeitsplatz verloren, mit allen beruflichen und finanziellen Folgen. Der Mann klagt nun. Er habe mit seinem Verhalten keinen Entlassungsgrund gesetzt, sagt er. 

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