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Entscheidung in Schottland gefallen

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:01

Am Donnerstag waren 4,3 Millionen Schotten dazu aufgerufen, für oder gegen die Unabhängigkeit Schottlands zu stimmen. Die Wahllokale haben um 23 Uhr geschlossen, erste Ergebnisse werden Freitagfrüh veröffentlicht. Befürworter und Gegner hatten sich bis zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Das würde im Falle einer Unabhängigkeit passieren.

Am Donnerstag waren 4,3 Millionen Schotten dazu aufgerufen, für oder gegen die .

Das Referendum startete am Donnerstag um 8 Uhr (MESZ). Die Schotten mussten mit "Ja" oder "Nein" auf die Frage "Sollte Schottland ein unabhängiges Land sein?" antworten. Die Abstimmung verlief weitgehend friedlich.

Erste Resultate einzelner Orte sollen am Freitag in den Morgenstunden online veröffentlicht werden. Von einigen abgelegenen Orten müssen die Urnen aufwendig per Schiff oder Hubschrauber zur Auszählung gebracht werden. Der Wahlkommission zufolge dürfte "zur Frühstückszeit" ein landesweites Ergebnis feststehen.

Die Wahlleitung in Edinburgh erwartete eine in der Geschichte Schottlands noch nie dagewesene Wahlbeteiligung von mehr als 90 Prozent. 97 Prozent der Wahlberechtigten haben sich zur Wahl registrieren lassen. Abstimmen dürfen alle offiziellen Einwohner Schottlands über 16 Jahren, darunter auch Bürger anderer EU-Länder. Schotten im Ausland waren vom Referendum dagegen ausgeschlossen.

Jeder siebente Schotte unentschlossen

Drei Umfragen der Institute ICM, Opinium und Survation ergaben am Mittwoch übereinstimmend 52 Prozent für die Gegner und 48 Prozent für die Befürworter. Das Institut Ipsos sagte später 49 Prozent für die Befürworter voraus. "Das wird knapp", sagte der Politikwissenschafter John Curtice von der Universität Strathclyde im Interview der Zeitung "Scotsman". Allerdings waren noch bis zu 14 Prozent der Wähler unentschieden, ob sie den seit mehr als 300 Jahren bestehenden Bund mit England lösen wollen.

David Cameron fürchtet sich vor Unabhängigkeit

Premierminister David Cameron zeigte sich am Mittwoch nervös. In einem "Times"-Interview erklärte er auf Nachfrage, die Furcht vor einem "Ja"-Votum lasse ihn in der Nacht schweißgebadet aufschrecken. Diesen Ausgang würde man dann aber akzeptieren müssen, betonte er: "Wie immer das Ergebnis lautet, wir sind eine Demokratie."

Während die Vertreter beider Lager noch einmal eindringlich für ihre Argumente warben, gaben sich Investoren gelassen. Ungeachtet aller Umfragen verwiesen viele auf die britischen Wettquoten zwischen 70 und 80 Prozent, die eindeutig auf einen Erhalt Großbritanniens hindeuten.

In den letzten Stunden vor der Abstimmung verstärkten die Befürworter einer Unabhängigkeit nochmals ihre Kampagne. Die Schotten sollten Freitag früh "den ersten Tag in einem besseren Land" genießen können, erklärte der Erste Minister Schottlands, Alex Salmond.

Katalonien und Co. blicken auf die Insel

Die Aussicht auf ein Auseinanderbrechen der sechstgrößten Volkswirtschaft und einer Atommacht mit ständigem Sitz im UN-Sicherheitsrat, hat weit über die Insel hinaus Besorgnis ausgelöst. Nicht zuletzt Länder wie Spanien, in denen Regionen wie Katalonien ebenfalls mit einer Unabhängigkeit liebäugeln, sind alarmiert. Ministerpräsident Mariano Rajoy warnte, dass die Entwicklung Europa in seinen Grundfesten erschüttere.

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