Auch Ex-Präsident dabei

Epstein-Liste wird öffentlich – diese Namen tauchen auf

In den nächsten Tagen sollen die Namen von über 180 Personen veröffentlicht werden, die im Fall Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell auftauchen.

Epstein-Liste wird öffentlich – diese Namen tauchen auf
Jeffrey Epstein mit seiner Komplizin Ghislaine Maxwell.
Imago

Rund 180 Personen – Ex-Mitarbeitende, enge Freunde sowie mutmaßliche (Mit-)Täter und Opfer – dürften einen unbequemen Start ins neue Jahr erleben: Am Dienstag sollen voraussichtlich ungeschwärzte Gerichtsdokumente des Zivilverfahrens gegen Jeffrey Epsteins mittlerweile verurteilte Partnerin Ghislaine Maxwell veröffentlicht werden. Epstein soll zahlreiche auch minderjährige Mädchen sexuell missbraucht haben – Maxwell wurde 2022 wegen Sexhandels zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Die US-Bezirksrichterin Loretta Preska gab eine 51-seitige Anordnung heraus, in der sie ihre Gründe für die Freigabe oder die weitere Schwärzung der Namen von etwa 180 "John Does" und "Jane Does" (siehe Box) darlegt. Darin gibt es auch einige Hinweise darauf, wer diese Personen sein könnten. Nicht veröffentlicht werden die Namen von Opfern, die noch minderjährig sind oder deren Enthüllung auf mutmaßliche minderjährige Opfer schließen lassen könnte.

Mutmaßliche Opfer werden genannt

Auf einige der derzeit noch anonymisierten Personen in der Anordnung lässt sich ziemlich einfach schließen – Richterin Preska hat bei einigen etwa Links zu medialen Interviews hinterlegt, die zugleich auch als Grund für ihre Entscheidung über die Offenlegung der Namen dienen. In diesen Fällen handelt es sich meist um mögliche Opfer und Klägerinnen.

In einem 51-seitigen Dokument notiert Richterin Loretta Preska, welche Namen in den kommenden Tagen veröffentlicht werden sollen – und weshalb.
In einem 51-seitigen Dokument notiert Richterin Loretta Preska, welche Namen in den kommenden Tagen veröffentlicht werden sollen – und weshalb.
Screenshot Anordnung

So auch etwa Doe 005: Diese entpuppt sich dank eines erwähnten Links zu einem "Daily Mail"-Interview als Carolyn Andriano – sie hat im Prozess gegen Ghislaine Maxwell als Opfer ausgesagt. Epstein soll sie vier Jahre lang in seiner Villa in Palm Beach sexuell misshandelt haben, als sie 14 Jahre alt war. Mittlerweile ist Andriano (36) verstorben. Sie wurde im Mai 2023 nach einer versehentlichen Überdosis an Methadon, Fentanyl und Xanax tot aufgefunden. Auch Dokumente über eine weitere Klägerin, die Prince Andrew vorwirft, ihr an die Brüste gefasst zu haben, sollen veröffentlicht werden.

Wird Bill Clintons Name fallen?

Weiter lassen sich zwei ehemalige Mitarbeitende von Epstein identifizieren: Cathy und Miles Alexander – das Pärchen kümmerte sich von 1999 bis 2007 um Epsteins Privatinsel "Little Saint James". Auf viele der Does lässt sich bisher jedoch nicht schließen – ihre Namen sollen aber veröffentlicht werden, weil "über die Verbindung dieser Person mit Epstein bereits in den Medien berichtet wurde", wie die Richterin notiert.

Die Liste der möglichen Kandidaten ist lang – so soll auch der Name des Ex-US-Präsidenten Bill Clinton laut amerikanischen Medien als Doe 036 in den Unterlagen auftauchen. Identifizieren lässt sich in den Unterlagen zumindest bereits sein damaliger Berater Doug Band als Doe 008.

Die bevorstehende Veröffentlichung der restlichen Namen lässt auch die Frage seines Todes wieder aufflammen: Beging Jeffrey Epstein im August 2019 wirklich Suizid in seiner Gefängniszelle? Oder wurde er, wie viele Skeptiker suggerieren, von eventuellen Mittätern beseitigt, damit er vor Gericht nicht gegen sie aussagen kann? Fest steht: Viele mächtige Frauen, aber vor allem Männer dürften eine Menge zu verlieren haben, wenn sie als Befreundete von Epstein geoutet werden.

1/78
Gehe zur Galerie
    <strong>16.06.2024: "War lange viel zu naiv" – Minister hat düstere Warnung.</strong> Wirtschaftsminister Martin Kocher sieht Österreich und Europa im Welthandelsgefüge <a data-li-document-ref="120041628" href="https://www.heute.at/s/war-lange-viel-zu-naiv-minister-hat-duestere-warnung-120041628">auf den absteigenden Ast rutschen &gt;&gt;</a>
    16.06.2024: "War lange viel zu naiv" – Minister hat düstere Warnung. Wirtschaftsminister Martin Kocher sieht Österreich und Europa im Welthandelsgefüge auf den absteigenden Ast rutschen >>
    HEUTE/Helmut Graf
    20 Minuten, wil
    Akt.