Für die Öffentlichkeit kam Bryan Randalls Tod im August 2023 völlig überraschend. Sandra Bullock hingegen hatte zu diesem Zeitpunkt bereits jahrelang Abschied genommen.
Der Fotograf, den die Oscar-Preisträgerin als die Liebe ihres Lebens bezeichnete, starb mit nur 57 Jahren an ALS. Seine Diagnose hatte das Paar bis zu seinem Tod konsequent geheim gehalten.
Nun spricht Bullock im Podcast "SmartLess" erstmals ausführlich darüber, was sich hinter verschlossenen Türen abgespielt hatte.
Besonders emotional wird die Schauspielerin, als sie über ihren eigenen Trauerprozess spricht. Schon lange bevor Randall tatsächlich starb, habe sie gespürt, dass sie ihren Partner Stück für Stück verlor.
"Ich begann vier Jahre vor seinem Tod, um Bryan zu trauern", erzählt Bullock. Körperlich und mental habe sich bei ihm etwas verändert.
Noch eindringlicher beschreibt sie das Gefühl mit den Worten: "Mein Mensch ging viel früher als sein Körper." Erst nach Randalls Tod habe sie überhaupt beginnen können, das Erlebte richtig zu verarbeiten.
ALS ist eine fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, durch die Betroffene zunehmend die Kontrolle über ihre Muskulatur verlieren. Randall hatte rund drei Jahre mit der Krankheit gelebt.
Für Bullock kam noch eine weitere Belastung hinzu: Randall wollte nicht, dass seine Diagnose öffentlich wird.
Die Schauspielerin respektierte seinen Wunsch – musste dadurch aber lange Zeit auch in ihrem privaten Umfeld schweigen. Zunächst wusste offenbar lediglich ihre Schwester Gesine Bullock-Prado Bescheid. "Ich durfte nicht darüber sprechen", erinnert sich Bullock. Die Geheimhaltung habe sie zunehmend isoliert.
Ausgerechnet diese Zeit fiel zudem mitten in die Corona-Pandemie. Bullock kümmerte sich um Randall, zog gleichzeitig ihre beiden Kinder Louis und Laila groß und versuchte, die schwere Erkrankung ihres Partners vor der Außenwelt geheim zu halten.
Später vertraute sie sich zumindest engen Freunden an. Zu den wenigen Eingeweihten gehörte auch Hollywood-Star Jennifer Aniston.
Randall starb schließlich am 5. August 2023. Nach seinem Tod verschwand auch Sandra Bullock weitgehend aus der Öffentlichkeit und nahm sich Zeit für ihre Familie und ihre eigene Trauer.
Nun kehrt die 62-Jährige langsam zurück. Im September ist sie gemeinsam mit Nicole Kidman in "Practical Magic 2", der Fortsetzung von "Zauberhafte Schwestern", zu sehen.
Drei Jahre nach Randalls Tod spricht Bullock damit erstmals darüber, warum ihr Abschied eigentlich viel früher begonnen hatte.
Denn für sie war der Tag seines Todes nicht der Moment, an dem sie ihren Partner verlor. Dieser Abschied hatte bereits Jahre zuvor begonnen.