Welt

Erdbeben gefährdete Irans einziges Atomkraftwerk

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:59

Nach einem schweren Erdbeben am Dienstag im Iran ist die Zahl der Toten auf über 30 gestiegen. Zudem sind etwa 800 Menschen verletzt worden, meldete die Agentur Isna unter Berufung auf den Gouverneur der Provinz Buschehr. Das Beben hatte eine Stärke von 6,1 und ereignete sich nahe der südiranischen Stadt Buschehr, wo auch das einzige Atomkraftwerk der Islamischen Republik steht.

Das Epizentrum des Bebens lag nach Angaben des iranischen Erdbebeninstituts in Kaki, knapp 90 Kilometer südöstlich von Buschehr. Der Provinzgouverneur versicherte, dass die Atomanlage nicht beschädigt worden sei.

"Kein Schaden am Atomkraftwerk"

"Mindestens 20 Leichen sind in das Leichenschauhaus gebracht worden", sagte ein Krankenhausmitarbeiter in der Stadt Chormodsch der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. "An der Atomanlage von Buschehr wurde kein Schaden festgestellt", sagte Gouverneur Fereidun Hasanwand dem iranischen Fernsehen. Das erste und bisher einzige iranische Atomkraftwerk war im Herbst 2011 nach jahrzehntelanger Bauzeit in Betrieb genommen worden.

Telefonleitungen gekappt

Die Telefonverbindungen in den am schwersten vom Erdbeben betroffenen Gebieten waren unterbrochen. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) ereignete sich das Beben um 16.22 Uhr Ortszeit (13.52 Uhr MESZ). Augenzeugen zufolge waren die Erschütterungen auch in Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu spüren. In Bürogebäuden habe sich Panik breitgemacht.

Rettungskräfte wurden in die betroffene Region entsandt. Das iranische Erdbebeninstitut berichtete von sechs Nachbeben, von denen das kräftigste die Stärke 5,3 hatte. Der Leiter des iranischen Roten Halbmonds, Mahmud Mosafar, sagte, in der betroffenen ländlichen Gegend mit rund 12.000 Einwohnern sei mit weiteren Schäden zu rechnen.

2003 starben 31.000 Menschen

Im Iran gibt es häufig Erdbeben, weil dort mehrere tektonische Platten aufeinandertreffen. Im Dezember 2003 waren bei einem Beben in der südlichen Stadt Bam 31.000 Menschen ums Leben gekommen - ein Viertel der dortigen Bevölkerung. Im August vergangenen Jahres starben im Nordwesten des Landes bei zwei Beben der Stärke 6,2 und 6,0 insgesamt 306 Menschen.

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