In der Nacht auf Dienstag (29. auf 30. Juni) dürfen sich Himmelsbeobachter auf ein seltenes Naturschauspiel freuen: Der sogenannte "Erdbeermond" taucht den Nachthimmel in ein rötliches Licht.
Der Name stammt von den nordamerikanischen Algonquin-Stämmen, die den Vollmonden Namen gaben, die sich an den Zyklen der Natur orientierten - und im Juni begann bei ihnen die Erdbeerernte. Mit der Farbe des Mondes hat der Name dagegen nicht zwingend zu tun, auch wenn er bei Auf- und Untergang leicht "errötet".
Direkt nach Sonnenuntergang (etwa 21 Uhr) erscheint die Mondscheibe ungewöhnlich groß und strahlt in warmen Gelb- und Orangetönen. Dahinter steckt allerdings kein tatsächliches Größenwachstum, sondern ein bekannter optischer Effekt: die sogenannte "Mondtäuschung".
Unser Gehirn vergleicht den Mond mit Objekten am Horizont und lässt ihn dadurch deutlich größer erscheinen, als er wirklich ist. Sobald der Vollmond höher steigt, verschwindet dieser Eindruck langsam wieder. Wer den spektakulärsten Moment erleben will, sollte deshalb möglichst früh nach draußen gehen - mit freiem Blick Richtung Osten.
Für die besondere Farbe gibt es eine einfache Erklärung: Steht der Mond tief am Horizont, muss sein reflektiertes Sonnenlicht einen längeren Weg durch die Erdatmosphäre zurücklegen.
Dabei werden vor allem die blauen Lichtanteile herausgefiltert - übrig bleiben die warmen Gelb- und Orangetöne.
Dieses eindrucksvolle Phänomen konnte man zuletzt im Vorjahr besonders intensiv beobachten, als der Vollmond einen Tiefststand erreichte. Heuer ist zwar kein Rekord-Tiefststand zu erwarten, dennoch sind in der kommenden Vollmondnacht ähnliche Effekte zu sehen.
Der beste Zeitpunkt, um den "Erdbeermond" zu erleben, ist laut Experten übrigens am 30. Juni um 1:57 Uhr MESZ.
Wer den perfekten "Erdbeermond" sehen möchte, muss sich jedoch noch etwas gedulden: Erst im Jahr 2043 wird das Spektakel wieder in voller Intensität zu beobachten sein.