Erdogan beschwert sich bei Botschafter über Kurden-Demo

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan fordert härteres Vorgehen gegen pro-kurdische Vereine.
Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan fordert härteres Vorgehen gegen pro-kurdische Vereine.Reuters
Das türkische Außenministerium hat Österreichs Botschafter in Ankara vorgeladen. Die Türkei will ein härteres Vorgehen gegen pro-kurdische Vereine.

Retourkutsche à la Erdogan: Nachdem das Außenministerium in Wien den türkischen Botschafter vorgeladen hat, um ein stärkeres Einwirken auf türkische nationalistische Vereine zu verlangen, wurde nun der österreichische Botschafter in Ankara vorgeladen.

➤ Die Türkei kritisiert das Vorgehen der Polizei gegen türkische Aktivisten und fordert mehr Härte gegen pro-kurdische Vereine in Österreich. Dass vier Tage lang pro-kurdische Demos stattfinden findet man in Ankara inakzeptabel.

Nach den Attacken von türkischen Faschisten ("Graue Wölfe") auf linke, feministische und pro-kurdische Gruppen bei einer Kundgebung in Favoriten kam es mehrmals zu Ausschreitungen. Der Verfassungsschutz ermittelt inzwischen. Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) hat am Montag den türkischen Botschafter einberufen und fordert Druck aus der Türkei auf türkische Vereine. Diese sollen österreichischen Behörden bei der Identifizierung von faschistischen Krawallmachern in ihren Reihen helfen. Das goutiert man in Ankara freilich nicht.

Als Reaktion auf die Vorgänge in Favoriten hat nun das türkische Außenministerium ebenfalls am Montag den österreichischen Botschafter zu sich zitiert. Die türkische Regierung kritisiert das Vorgehen der österreichischen Polizei gegentürkischstämmige Menschen und fordert ein härteres Vorgehen gegen pro-kurdische Vereine.

"Es kann keinesfalls akzeptiert werden, dass über diese Demonstrationen Propaganda für die Terrororganisation PKK gemacht, bei der Verwendung ihrer Symbole weggeschaut und unser Land ins Visier genommen wird", so das türkische Ministerium. Außerdem "verurteilen wir den harten Einsatz der Polizei, der dazu geführt hat, dass türkischstämmige junge Menschen verletzt und der türkischen Gemeinschaft gehörende Geschäfte beschädigt wurden", heißt es weiter.

Blutiger Kampf gegen Kurden

Die Türkei führt seit Jahren einen blutigen Feldzug gegen die kurdische Minderheit im eigenen Land und auch in den angrenzenden Staaten Syrien und dem Irak. Vergangene Woche wurden mehrere kurdische Frauenrechtlerinnen und Politikerinnen in Syrien bei Drohnenangriffen der türkischen Luftwaffe getötet. Gegen diese gezielten Tötungen wurde vergangene Woche bei Kundgebungen in Wien protestiert.

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