Türkeis Präsident Recep Tayyip Erdogan schießt weiter scharf gegen Deutschland wegen der vorige Woche verabschiedeten Resolution, die ein türkisches Massaker an bis zu 1,5 Millionen Armeniern im Jahr 1915 als Völkermord einstuft.
Türkeis Präsident Recep Tayyip Erdogan schießt weiter scharf gegen Deutschland: Türkischstämmige Abgeordnete im deutschen Bundestag seien keine richtigen Türken – ihr Blut soll getestet werden. Das Staatsoberhaupt ist noch immer verärgert , die ein türkisches Massaker an bis zu 1,5 Millionen Armeniern im Jahr 1915 als Völkermord einstuft.
"Manche sagen, das seien Türken", polterte Erdogan am Sonntag in einer Rede in Istanbul. "Was denn für Türken bitte? Ihr Blut muss durch einen Labortest untersucht werden." Der türkischstämmige Grünen-Chef Cem Özdemir, einer der Initiatoren der Armenien-Resolution, sei ein "Besserwisser".
PKK im Bundestag
Bereits am Samstag hatte Erdogan erste rhetorische Geschütze gegen den Bundestag aufgefahren: "Dort soll es elf Türken geben. Von wegen. Sie haben nichts mit Türkentum gemein. Ihr Blut ist schließlich verdorben."
Weiters warf er den Abgeordneten vor, sie seien der verlängerte Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in Deutschland: "Es ist sowieso bekannt, wessen Sprachrohr sie sind. Von der separatistischen Terrororganisation in diesem Land sind sie die Verlängerung in Deutschland."
Totschlagargument Holocaust
Außerdem sei Deutschland "das letzte Land", das über einen "sogenannten Völkermord" abstimmen solle, erklärte Erdogan: Zuerst müsse Deutschland Rechenschaft über den Holocaust und die Vernichtung von 100.000 Menschen des Herero-Stammes in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute: Namibia) Anfang des 20. Jahrhunderts ablegen. Dass Deutschland längst seine Schuld am Holocaust eingestanden hat und Entschädigungen zahlt, dürfte dem türkischen Premier entgangen sein.