Erklärung in Rom: EU "ungeteilt und unteilbar"

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker beim 60-Jahr-Jubiläum der EU in Rom
Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker beim 60-Jahr-Jubiläum der EU in RomBild: Reuters/© Remo Casilli / Reuters
Am Samstag gaben die Staats- und Regierungschefs der EU anlässlich des 60. Jubiläums der Römischen Verträge eine gemeinsame Erklärung ab.

Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionschef Jean-Claude Juncker riefen die Staats- und Regierungschefs auf, eine Führungsrolle zu übernehmen und sich um das große Erbe zu kümmern. 

Die Vertreter der verbleibenden 27 Mitgliedstaaten traten unter hohen Sicherheitsvorkehrungen in Rom zusammen, Großbritannien nahm aufgrund der bevorstehenden Einleitung des Austrittsverfahren nicht am Gipfel teil.

Tusk: "Beweist, dass ihr die Anführer Europas seid"

"Beweist heute, dass ihr die Anführer Europas seid, dass ihr euch um dieses große Erbe kümmern könnt, das wir von den Helden der europäischen Einheit vor 60 Jahren übernommen haben", sagte Ratspräsident Donald Tusk. Europa als politische Einheit werde es entweder "vereint oder gar nicht" geben.

"Unsere Union ist ungeteilt und unteilbar", hieß es in der feierlichen Erklärung der Staats- und Regierungschefs.

Kern: "Alleine haben wir keine Perspektiven"

Bundeskanzler Christian Kern forderte mehr gemeinsames Engagement für die EU. "Alleine haben wir keine Perspektiven", sagte er.

Außerdem veröffentlichte Kern ein Facebook-Posting zur Zukunft Europas. Österreich habe mit dem Beitritt zur EU vor zwanzig Jahren profitiert, die Länder seien näher zusammengerückt. "Die Herausforderungen haben sich stark verändert, die Bedingungen sind jetzt andere", sagte Kern. "Ich will für unsere Kinder ein gerechtes Europa", so der Kanzler. Er wünsche sich ein soziales Europa, "das nicht nur aus Bilanzen, sondern aus Menschen besteht".

Video von Christian Kern:



Europa, das ist ein Versprechen von Demokratie, Wohlstand und Frieden. Heute schauen wir zurück, was wir alles gemeinsam erreicht haben. Und wir schauen auch nach vorne: Wohin werden wir gehen? Welches Europa wird einmal unseren Kindern gehören? Für unsere Kinder wollen wir noch viel mehr erreichen: Die beste Ausbildung, gut bezahlte Jobs, echte Perspektiven. Ihr sollt es einmal besser haben. Dieses Versprechen muss das Europa der Zukunft für Euch einlösen.

Posted by on Samstag, 25. März 2017



Juncker: "Aufbruchstimmung"

Kommissionspräsident Juncker zeigte sich optimistisch. Er sprach sogar von "Aufbruchstimmung", weil es zu keiner größeren Auseinandersetzung über Zukunftsszenarien gekommen sei. Die Atmosphäre sei jetzt so, "dass man das mit Zuversicht angehen kann." Zwar gab Juncker zu, dass die EU mit komplizierten Herausforderungen konfrontiert sei, an die die Gründungsväter nicht gedacht hätten. Er verstehe aber nicht, warum man nicht "auf diese lange Zeit des Friedens stolz" sei.

Den "Brexit" bezeichnete Juncker als Tragödie. "Das ist ein trauriger Vorgang. Ich finde mich eigentlich nicht damit ab, dass die Briten aus der Europäischen Union austreten", sagte der Luxemburger und posaunte: "Es wird einen 100. Geburtstag der Europäischen Union geben."

Merkel: Vereint trotz "verschiedener Geschwindigkeiten"

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sprach sich für ein "sicheres Europa, ein schützendes Europa" aus. Die wirtschaftliche Stärke der EU sei wichtig, ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten bedeute nicht, "dass es kein gemeinsames Europa ist".

(pl)

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