Österreichs Musikszene wird derzeit von einer möglichen "MeToo"-Causa erschüttert! Gegen Austropop-Star Christopher Seiler (39) wird nach der Anzeige einer Frau ermittelt. Das berichtet die "Krone".
Nach Informationen der "Krone" liegt der Akt inzwischen bei einem Staatsanwalt am Landesgericht Wien. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Verschlussakt. Solche werden häufig bei besonders sensiblen Fällen mit prominenten Namen geführt.
"Ich kann eine Anzeige und dementsprechende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien in dieser Causa bestätigen. Mehr können wir dazu nicht sagen", wird Nina Bussek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, in dem Artikel zitiert.
Öffentlich fiel die Situation erstmals indirekt bei den Amadeus Awards auf. Die Band Seiler und Speer räumte dort erneut groß ab und erhielt sogar eine Doppel-Auszeichnung. Auf der Bühne stand allerdings nur Bernhard Speer, Seiler fehlte. Offiziell hieß es, Seiler habe kurzfristig krankheitsbedingt absagen müssen.
Laut Anzeige soll sich der mutmaßliche Vorfall einen Tag vor der Preisverleihung ereignet haben. Die Frau gab an, Seiler habe ihr nach Dreharbeiten angeboten, sie mit dem Auto nach Hause zu bringen.
Auf der Fahrt soll er laut ihren Aussagen in eine dunkle Gasse abgebogen sein. Dort sei es im Wageninneren zu einer massiven Grenzüberschreitung gekommen. Die Frau erklärte, der Sänger habe sie körperlich attackiert und unter anderem gewaltsam ihren Mund geöffnet.
Zwei Tage später, am 7. März, erstattete die Betroffene Anzeige auf einer Wiener Polizeiinspektion – zumindest wegen Körperverletzung. Seitdem ermitteln Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt. Sowohl der Musiker als auch die Frau sollen bereits einvernommen worden sein. Derzeit steht Aussage gegen Aussage.
"Wir können die Ermittlungen bestätigen und kooperieren vollumfänglich mit den Behörden. Es war ein Abend in privatem Rahmen, nach dem Fragen offen sind", erklärt Manager Fritz "Fire" Strba.
Was an dem Abend tatsächlich passiert ist, muss nun geklärt werden. Die Entscheidung liegt letztlich bei der Justiz: Entweder wird Anklage erhoben, oder das Verfahren eingestellt.
Wichtig dabei ist: Für Seiler gilt die Unschuldsvermutung. Über mögliche Konsequenzen entscheidet allein die Justiz.