Ermordetes Insta-Model: Eltern wollen 76.000 €

Ein Jahr nach der erschütternden Bluttat an Instagram-Bloggerin Irene P. soll heute ihr viel zu früher Tod gesühnt werden. Den beiden mutmaßlichen Tätern drohen 15 Jahre Haft sowie Anstaltseinweisung.

Es waren vier Schüsse aus einer zur tödlichen Waffe umgebauten Schreckschusspistole, die eine 20-Jährige im Oktober 2018 das Leben kosteten. Ein Leben, das eigentlich gerade erst begonnen hatte. Nach einem Abrutschen ins Drogenmilieu war Irene P. dabei, ihren Platz zu finden.

Cannabisverfahren

Sie wollte wieder einen Job als Verkäuferin annehmen und hatte gerade die erste eigene Wohnung in Zell am See (Sbg.) bezogen – mit ihrer Katze. Um die Schatten der Vergangenheit hinter sich zu lassen, hatte sie vor, als Kronzeugin in einem Cannabisverfahren reinen Tisch machen. Das dürfte ihr Todesurteil gewesen sein.

"Ich war sauer auf sie. Sie hat mich zu Unrecht belastet", sagte der mutmaßliche Killer (18) vor Gericht. "Ich habe nicht nachgedacht, einfach abgedrückt." Der Staatsanwalt wirft dem Zweitangeklagten (19, er soll das Fluchtauto gelenkt haben) vor, seinem Bekannten die Waffe angesetzt und ihn dazu gezwungen zu haben, die Frau zu erschießen. "Es hat nie einen Tatplan gegeben", hielt dessen Verteidiger vor Gericht dagegen.

Immer noch brandgefährlich

Für die beiden jungen Männer gilt die Unschuldsvermutung. Sie sollen nach der Bluttat an Irene P. bereits ein zweites Opfer, einen Autoverkäufer, auserkoren und schon ein Grab für

den Mann ausgehoben haben. Ziel: an einen Mercedes zu kommen.

Heute sind die Geschworenen am Wort: Die beiden Verdächtigen – da ist sich Gerichtspsychiaterin Gabriele Wörgötter sicher – sind brandgefährlich und sollten in eine Anstalt eingewiesen werden. Zudem drohen 15 Jahre Haft. Opferanwalt Stefan Rieder forderte für die Eltern der Toten 76.000 Euro Schmerzensgeld.

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