Erneut hunderte Schülerinnen in Nigeria entführt

Erneut werden in Nigeria Schulmädchen entführt. Präsident Buhari verspricht sich für ihre Freilassung einzusetzen - Lösegeld zahlen will er aber nicht.
Erneut werden in Nigeria Schulmädchen entführt. Präsident Buhari verspricht sich für ihre Freilassung einzusetzen - Lösegeld zahlen will er aber nicht.KOLA SULAIMON / AFP / picturedesk.com
Erneut werden in Nigeria Schulmädchen entführt. Präsident Buhari verspricht sich für ihre Freilassung einzusetzen. Lösegeld zahlen will er aber nicht.

Bewaffnete haben hunderte Mädchen aus einem Internat im Norden Nigerias entführt. 317 Schülerinnen aus der Schule in der Stadt Jangebe seien vermisst, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Polizisten und das Militär versuchten gemeinsam, die Mädchen zu retten. Präsident Muhammadu Buhari versicherte, oberstes Ziel seiner Regierung sei es, die Schülerinnen sicher und unverletzt zurückzubringen. Lösegeld zahlen wolle er aber nicht.

Nasiru Abdullahi sagte der Nachrichtenagentur AP, seine Töchter im Alter von zehn und 13 Jahren seien unter den Vermissten. "Es ist enttäuschend, dass sie die Mädchen nicht schützen konnten, obwohl die Militärs nahe der Schule eine starke Präsenz haben", sagte Abdullahi. 

"Zu diesem Zeitpunkt hoffen wir nur auf göttliche Fügung."

Der Anwohner Musa Mustapha berichtete, Bewaffnete hätten auch ein Militärlager und einen Kontrollposten in der Nähe angegriffen. Das habe das Militär am Eingreifen gehindert, während die Schule stundenlang besetzt gewesen sei. Unklar blieb zunächst, ob es Tote oder Verletzte gab.

Noch immer hunderte Mädchen vermisst

Im westafrikanischen Nigeria hat es über die Jahre mehrere solcher Angriffe und Entführungen gegeben. Internationale Schlagzeilen machte 2014 die Terrorgruppe Boko Haram, als sie 276 Mädchen aus einer Schule in Chibok im Staat Borno entführte. Bis heute werden mehr als 100 von ihnen vermisst. Erst vor weniger als zwei Wochen wurden 42 Schüler, Lehrer und Eltern einer Schule im nigerianischen Staat Niger verschleppt. Sie werden weiter festgehalten. Im Dezember wurden 344 Schüler im Staat Katsina entführt und später freigelassen.

Im nigerianischen Staat Zamfara, in dem sich die Entführung vom Freitag ereignete, sind mehrere bewaffnete Gruppierungen aktiv. Sie sind bekannt dafür, Menschen gegen Lösegeldforderungen zu entführen oder um die Freilassung von Gruppenmitgliedern zu erpressen.

"Wir sind wütend und traurig über diese weitere brutale Attacke auf Schulkinder in Nigeria", sagte der Unicef-Vertreter in dem Land, Peter Hawkins. Das sei "ein grober Verstoß gegen Kinderrechte" und es sei für Kinder fürchterlich, eine solche Erfahrung zu durchleben. Hawkins forderte, dass sie sofort freigelassen werden.

Mit Blick auf die Entführungen sagte eine Forscherin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Anietie Ewang, Nigerias Behörden müssten stärker durchgreifen, "um das Blatt zu wenden & Schulen sicher zu halten".

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