Welt

Erneut Zusammenstöße in Israel – zwei Frauen getötet

Am Tempelberg in Israel ist es erneut zu Zusammenstößen zwischen Gläubigen und Sicherheitskräften gekommen. Dabei wurden zwei Frauen getötet. 
07.04.2023, 21:16
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Auf einer Straße nahe der jüdischen Siedlung Hamra im Westjordanland sind zwei Frauen ums Leben gekommen, nachdem ihr Auto beschossen wurde. Das teilte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom am Freitag mit. Eine weitere Frau sei schwer verletzt aus dem Fahrzeug geborgen worden, das nach den mutmaßlich von einem palästinensischen Angreifer aus einem vorbeifahrenden Auto abgegebenen Schüssen verunfallte, hieß es weiter. Das israelische Militärs teilte mit, nach dem mutmaßlichen Täter werde gefahndet.

Zuvor war es auf dem Jerusalemer Tempelberg am Freitag erneut zu Zusammenstößen zwischen der israelischen Polizei und muslimischen Gläubigen vor der Al-Aksa-Moschee gekommen. Eine große Menge drängte auf den Platz vor der Moschee, in Sprechchören wurde die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas gefeiert. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie israelische Polizisten große Gruppen von Männern unter Einsatz von Schlagstöcken zurückdrängten.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Israelische Polizei stürmt Moschee

Am Mittwoch hatten sich Gläubige in dem drittwichtigsten Heiligtum des Islams über der Altstadt verbarrikadiert. Die israelische Polizei stürmte und räumte das Gebäude. Am Dienstagabend wurden Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizei geworfen, die daraufhin hart vorging und Hunderte festnahm. Nach palästinensischen Angaben wurden Gläubige blutig geschlagen, es gab demnach Dutzende Verletzte.

Seit Beginn des Fastenmonats Ramadan am 22. März haben Muslime immer wieder versucht, über Nacht in der Al-Aksa-Moschee zu bleiben, üblicherweise wird dies aber nur in den letzten zehn Tagen des Ramadans gestattet.

Die Al-Aksa-Moschee steht auf einer Anhöhe, die den Juden als Tempelberg ihr wichtigstes Heiligtum ist. Für Muslime ist sie als edles Heiligtum von hoher Bedeutung. Aktuell zieht es wegen des Ramadans besonders viele Muslime zu dem Gelände, das seit langem als ein Brennpunkt des Nahost-Konflikts gilt. Am Mittwoch begann zudem das jüdische Pessachfest. Außerdem sind wegen des bevorstehenden Osterfestes Tausende Christen in der Stadt.

Gewaltsame Konfrontationen am Tempelberg haben in der Vergangenheit zu Kriegen zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas geführt, zuletzt im Jahr 2021.