Nach dem knappen Aus im Halbfinale gegen Paris Saint-Germain rückte beim FC Bayern nicht nur die eigene Leistung in den Mittelpunkt. Vor allem Schiedsrichter João Pinheiro sorgte bei den Münchnern für großen Ärger – allen voran bei CEO Jan-Christian Dreesen. Schon während der Partie hatten sich die Emotionen aufgestaut. Mehrere strittige Szenen führten zu hitzigen Diskussionen auf dem Platz ebenso wie an der Seitenlinie.
Nach dem 1:1 gegen PSG entlud sich der Frust schließlich auch gegenüber dem Schiedsrichter-Team. In der Mixed Zone fand Dreesen klare Worte: "Es ist mindestens erstaunlich, dass ein Schiedsrichter mit nur 15 Champions-League-Einsätzen so ein Spiel leiten darf."
Damit spielte der Bayern-Boss auf die vergleichsweise geringe Erfahrung des portugiesischen Referees an, der erstmals ein Halbfinale in der Königsklasse leitete. Für Dreesen könnte genau das eine Rolle gespielt haben: "Und das erklärt dann vielleicht auch so manchen Pfiff."
Bereits im ersten Durchgang stand Pinheiro mehrfach im Fokus. Für Unmut sorgte unter anderem eine Abseitsentscheidung gegen Harry Kane in der 23. Minute. Der Engländer wurde bei einem aussichtsreichen Angriff zurückgepfiffen obwohl TV-Bilder später zeigten, wie knapp die Situation tatsächlich war. DAZN-Experte Michael Ballack sprach von einer "Riesen-Fehlentscheidung" und kritisierte: "Er darf das nicht selbstständig abpfeifen. Das ist ein Riesen-Fehler vom Schiedsrichter."
Kurz darauf folgte die nächste strittige Szene: PSG-Verteidiger Nuno Mendes, bereits verwarnt, bekam den Ball an den Arm, als er einen Angriff von Konrad Laimer stoppte. Viele Bayern-Spieler forderten Gelb-Rot. Stattdessen entschied Pinheiro auf ein vorheriges Handspiel von Laimer obwohl die Bilder nahelegten, dass der Österreicher den Ball mit Brust und Oberschenkel kontrolliert hatte.
Auch diese Entscheidung sorgte für Kritik. "Das ist eine krasse Fehlentscheidung", meinte Sami Khedira bei DAZN und ergänzte: "Damit greift der Schiedsrichter in ein wunderbares Fußballspiel von zwei tollen Mannschaften ein."
Kurz vor der Pause gab es dann noch Aufregung um eine weitere mögliche Handspielszene im PSG-Strafraum. Nach einem Klärungsversuch schoss Vitinha seinen Teamkollegen João Neves aus kurzer Distanz an den Arm. Die Bayern forderten Elfmeter, doch nach aktueller Regelauslegung lag kein strafbares Handspiel vor, da der Ball vom Mitspieler kam. Trotzdem blieb der Ärger bei den Münchnern auch nach dem Schlusspfiff groß besonders bei Dreesen, der mit seiner Kritik an der Schiedsrichteransetzung ein deutliches Signal setzte.