Am Computer das Gesicht scannen lassen, statt einem Angestellten den Pass zeigen: So sollen Passagiere künftig einchecken. Finnair testet das neue System.
Anstehen am Check-in-Schalter der Airline ist dank Online- und Mobile-Check-in schon heute immer seltener nötig. Um den Boarding-Prozess weiter zu beschleunigen, geht die Finnair noch einen Schritt weiter: Im Rahmen eines Testprojekts sollen 1.000 Mitglieder des Frequent-Flyer-Programms der finnischen Fluggesellschaft ein neues Check-in-System testen. Dabei verwenden die Passagiere zur Erkennung nicht mehr den Reisepass, sondern lassen ihr Gesicht von einem Scanner überprüfen.
Der Test solle nicht nur zeigen, inwiefern sich die Technologie der Gesichtserkennung bei Fluggesellschaften anwenden lasse, sondern auch, wie die Kunden auf deren Anwendung reagieren, erklärte die zuständige Finnair-Managerin Sari Nevanlinna. Grundsätzlich gehe es dem Unternehmen darum, längerfristig auf den Gebrauch von Boarding-Karten verzichten zu können.
Gesicht mit App fotografieren
Finnair-Kunden, die am Test teilnehmen, müssen erst mit einer App ihr Gesicht fotografieren. Am Flughafen nutzen sie dann einen besonderen Check-in-Schalter mit einem Gesichts-Scan-Station. Während der Testphase, die noch bis zum 23. Mai dauert, überprüft jeweils ein Finnair-Mitarbeiter, ob die Gesichtserkennung geklappt hat. Der Kunde hat danach eingecheckt.
William Agius begrüsst die Verwendung von Gesichtserkennungstechnologie grundsätzlich. Der Experte für Aeronautische Kommunikation an der ZHAW School of Engineering erklärt, das heute beliebte System der Check-ins übers Smartphone habe einen Schwachpunkt. Oft kontrolliere niemand mehr, wer tatsächlich ins Flugzeug steige. "Findet doch noch eine Kontrolle statt, fragt sich: Wie genau schauen die Angestellten auf das Bild im Pass?"
In Zürich noch kein Thema
Ein Gesichtserkennungssystem würde somit für mehr Sicherheit sorgen, sagt Agius. Und weiter: "Dass man die Gesichtserkennung erst mit Frequent Flyern testet, ergibt Sinn, da diese über ihre Kundenkarten oft sowieso schon viele persönliche Informationen an die Airlines abgegeben haben." Außerdem seien sie besonders daran interessiert, schnell durch die Kontrollen am Flughafen zu kommen. (aj/20 Minuten)