Die Zeichen stehen auf Streik. Nachdem die Metaller bereits die Arbeit niederlegen, weil sich Arbeitgeber und Gewerkschaften nach mehreren Verhandlungsrunden nicht im Geringsten einig über die Lohnerhöhungen werden, dürfte der Handel nach gescheiterten Verhandlungsrunden bald folgen. Ein "unmoralisches Angebot" lässt nun die Gewerkschaften toben, wie der ORF berichtet. Demnach bietet die erste Firma ihren Mitarbeitern einen Geldbonus an, wenn sie sich nicht an den drohenden oder stattfindenden Streiks beteiligen.
Rückwirkend mit 1. November soll es dauerhaft sieben Prozent mehr Lohn für alle Mitarbeiter des Beschlägerherstellers Maco in Salzburg geben, die sich nicht an den Streiks beteiligen. Der Grund laut Unternehmen: Streiks würden sowohl der Firma, als auch den Mitarbeitern schaden – und weil man bedauere, dass es noch keine Verhandlungs-Einigung gebe, gehe man in Vorleistung. Wobei es sogar die Option gibt, dass die Mitarbeiter bei einem geringeren Lohnabschluss die Erhöhung trotzdem behalten oder bei einem höheren Abschluss nachgezahlt werde.
Während sich die Mitarbeiter für das Angebot nur von Streiks fernhalten müssten, fand es vorerst laut ORF noch keinen Anklang – am Donnerstag beteiligten sich die Mitarbeiter an den aktuell laufenden Warnstreiks. Und das, obwohl das Unternehmen im Vorfeld gewarnt hatte, dass im Falle eine Streikteilnahme die Gewerkschaft nicht den vollen Lohn werde auszahlen können. Weiterverhandelt wird bei den Metallern nun am Montag – wobei das Angebot und die Forderung (sechs Prozent von den Arbeitgebern, 11,6 von Gewerkschaftsseite) weit auseinander liegen.
Ähnlich sieht es im Handel aus. Für Wirtschaftskammer-Handelsobmann Rainer Trefelik, der die Verhandlungen auf Arbeitgeberseite führt, sind die Forderungen der Arbeitnehmervertreter "utopisch". Inklusive aller Zusatzwünsche betrage die geforderte KV-Erhöhung 14 Prozent. Das würde zu einer Pleite- und Schließungswelle führen, warnt Trefelik: "Damit verbunden wäre der Verlust von tausenden Arbeitsplätzen im ganzen Land." Auch der Handelsverband warnt vor einer "Überforderung der Branche durch unverhältnismäßig hohe Gehaltsforderungen". "Die zahlreichen Krisen in der Branche zeigen inzwischen ihre Auswirkungen auch am Arbeitsmarkt", so Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands.