"Leichen auf den Straßen" – Russen erobern 1. Großstadt

Medienberichte: Die russischen Truppen haben bei ihrem Vorstoß von der Krim die strategisch wichtige Großstadt Cherson im Süden der Ukraine erobert.

Nach Angaben ukrainischer Beamter ist die strategisch wichtige ukrainische Stadt Cherson an die russischen Streitkräfte gefallen, wie die "Bild" berichtet. "Es gibt hier keine ukrainische Armee", sagte Bürgermeister Igor Kolykhaev (50) demnach in einem Interview mit der "New York Times". "Die Stadt ist umzingelt."

Eine Gruppe von zehn bewaffneten Offizieren soll am Mittwoch das Rathausgebäude betreten und angekündigt haben, eine neue Administration einzusetzen. Diese solle denen in den von Putin anerkannten "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk ähneln.

Leichen auf den Straßen

Auf den Straßen lägen Leichen verstreut, es gibt Stromausfälle und kaum noch Lebensmittel, so der Stadt-Chef weiter. Bis zu 300 Menschen – Zivilisten, Soldaten und Milizen – könnten getötet worden sein.

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Die russische Armee hatte die Eroberung schon vor einiger Zeit gefeiert, auf Seiten der Ukrainer wurde diese aber dementiert. Es gebe in der Stadt erfolgreichen Widerstand, hieß es. Cherson ist die erste Großstadt, die in der bald sieben Tage andauernden Offensive von den Russen eingenommen werden konnte. 

Ein russischer Panzer und Bodentruppen in den Straßen von Cherson am 1. März 2022.
Ein russischer Panzer und Bodentruppen in den Straßen von Cherson am 1. März 2022.via REUTERS

Warum Cherson so wichtig ist

Die 300.000-Einwohner-Stadt ist von besonderer strategischer Bedeutung. Sie liegt am wirtschaftlich wichtigen Schwarz-Meer-Ufer auf der rechten Seite des großen Flusses Dnepr. Damit kontrollieren russische Truppen nun nicht nur beide Ufer, sondern auch den Seehafen und den wichtigen Autobahnknoten. Die nächste Großstadt, die darüber erreicht werden kann, ist Mykolajiw mit rund einer halben Million Einwohner.

Nicht weit von Cherson liegt auch Nowa Kachowka, von wo der Nord-Krim-Kanal die okkupierte Halbinsel mit dem lebenswichtigen Süßwasser speist. Die Ukrainer hatten diesen in Folge der Annexion blockiert, was die schlimmen Dürre-Zustände in dem besetzten Gebiet noch verschärft hatte.

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