Eine Explosion nahe einer Parkbank, ein toter Marineoffizier und eine 31-jährige Verdächtige mit ungewöhnlicher Vergangenheit: Ein Anschlag in Sewastopol auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim sorgt für Aufsehen.
Anfang August kam dort ein hochrangiger russischer Militär ums Leben. Nach Angaben russischer Behörden war ein ferngezündeter Sprengsatz in der Nähe einer Parkbank versteckt worden. Die Bombe detonierte, als der Offizier vorbeiging. Eine Verdächtige wurde unweit des Tatorts festgenommen.
Bei dem Getöteten soll es sich mehreren Medienberichten zufolge um Robert Schagejew (49) handeln. Eine offizielle Bestätigung seiner Identität gibt es allerdings noch nicht.
Schagejew war früher Kommandant des ukrainischen U-Boots "Saporischschja". Nach der russischen Besetzung der Krim im Jahr 2014 soll er zur russischen Schwarzmeerflotte übergelaufen sein.
Die Ukraine suchte ihn laut "Kyiw Post" wegen Hochverrats und Desertion. Später soll er stellvertretender Kommandeur einer russischen U-Boot-Brigade gewesen sein. Seine Einheit soll Marschflugkörper gegen Ziele in der Ukraine eingesetzt haben.
Unter Verdacht steht Margarita Reut (31) aus Sotschi. Sie soll wegen Mord- und Terrorverdachts angeklagt worden sein.
Der britische "Telegraph" berichtet unter Berufung auf den russischen Telegram-Kanal "Mash", dass Reut regelmäßig auf die Krim gereist sein soll. Zudem soll die 31-Jährige Profile auf Escort-Seiten gehabt haben.
Daneben soll sie als Biologin für ein Labor gearbeitet haben, das Vaginalzäpfchen herstellte.
Bereits im Juli 2025 soll Reut mit der russischen Polizei in Konflikt geraten sein. Während einer Zugfahrt soll sie nach Bekanntwerden eines ukrainischen Drohnenangriffs auf einen Bahnhof "Geschieht euch recht, Russen!" gerufen haben.
Dafür soll sie zwei Tage Arrest und eine Geldstrafe erhalten haben. Im Februar 2026 soll sie zudem in sozialen Medien geschrieben haben, dass sie sich schäme, Russin zu sein.
Ob Reut tatsächlich für die Ukraine tätig war und wann eine mögliche Zusammenarbeit begonnen haben könnte, ist nicht geklärt.
Bei einer Vernehmung soll Reut laut "Mash" gefragt worden sein, ob sie die Tötung des Offiziers bereue. Ihre Antwort soll "Nein" gewesen sein.
Der Telegram-Kanal behauptet zudem, dass die 31-Jährige für den Anschlag mit Kryptowährung bezahlt worden sei und anschließend ins Ausland flüchten wollte.
Sollte Reut verurteilt werden, drohen ihr dem Bericht zufolge rund 30 Jahre Haft. Ob sie tatsächlich im Auftrag der Ukraine handelte, ist weiterhin offen.