"ESO: Blackwood" im Test: Zurück in Goldene Zeiten

Das neue Kapitel "Blackwood" für "The Elder Scrolls Online" ist da. Und es entführt Spieler zurück in die Goldenen Zeiten der gigantischen Game-Reihe.

Nachdem im Vorjahr das "The Elder Scrolls Online"-Kapitel "Greymoor" wegen seiner Anspielungen auf und Elemente aus "The Elder Scrolls V: Skyrim" begeisterte, gibt es nun beinahe auf den Tag genau ein Jahr später die Erweiterung "Blackwood". Auch sie ist ein Nostalgie-Ausflug in die Goldenen Zeiten der Game-Reihe – dieses Mal geht es allerdings noch weiter zurück. Wer "Blackwood" spielt, wird immer mal wieder an das Gameplay und die Story von "The Elder Scrolls IV: Oblivion" erinnert.

Hatte Mehrunes Dagon, der daedrische Prinz der Zerstörung, in der "Oblivion"-Krise beinahe ganz Tamriel überrannt und zerstört, geht es in "Blackwood" und damit dem ganzjährigen Abenteuer "Die Tore von Oblivion" (der Start dazu erfolgte mit dem DLC "Flames of Ambition") noch 800 Jahre weiter zurück. Schon da zieht der Daedrafürst Mehrunes Dagon die Strippen für Intrigen und ist Auslöser einer Verschwörung, die den Spieler bis in die Totenländer führt.

Ein besseren Start gab es lange nicht

Wer nun glaubt, die "Oblivion"-Nostalgie und das nötige Vorwissen macht "Blackwood" nur etwas für "ESO"-Profis, der irrt gewaltig. Die aktuelle Handlung lässt sich auch als Neueinsteiger bestens verstehen und "Blackwood" führt zudem computergesteuerte Begleiter für jene ein, die nicht so gerne mit menschlichen Begleitern durch das Online-Multiplayer-Rollenspiel ziehen. Diese Begleiter erleichtern den Start des Games massiv und sind ein schöner Bonus für "Einzelspieler". Ein besseren Start für komplette "ESO"-Neulinge gab es lange nicht.

Das Schöne an den Begleitern: Sie werden über Quests zum Auftakt in "Blackwood" rekrutiert und der Spieler darf selbst entscheiden, in welcher Form sie Hilfe anbieten. Heißt, die NPCs können von schlagkräftigen Angreifern über starke Verteidiger bis hin zu nützlichen Heilern viele Rollen einnehmen, die den jeweils eigenen Spielstil perfekt ergänzen. Neu sind auch Weltereignisse, Areale und Boss-Wellen sowie eine Prüfung, die sich an erfahrene Spieler richtet. Langeweile kommt dabei auch über Dutzende Stunden keine auf.

Automatisches, aber sehr smartes System

Anheuerbar vom Spieler sind die Dunkelelfe Mirri Elendis und der Kaiserliche Bastian Hallix, sie eigentlich nach ihren Liebsten suchen, die von einem Kult verschleppt wurden. Kann man beide Figuren mit den Gesuchten wiedervereinen, wollen uns beide auf unsere Abenteuer begleiten, wobei wir jeweils einen in den Abenteuern als "aktiven" Begleiter auswählen können. Fünf gewünschte Fähigkeiten sowie ein "ultimativer" Skill lassen sich dem jeweiligen Begleiter zuweisen, die die Figur dann automatisch nach der jeweils notwendigen Abklingzeit selbstständig aktiviert.

Nicht nur wir, auch unsere Begleiter schalten mit dem Levelaufstieg neue Skills frei. Es handelt sich also um eine sehr starke, automatisierte Begleiterfunktion, die aber dennoch nie als gegeben hingenommen wird. Dafür sorgt ein ausgeklügeltes Nebenmissions- und Tätigkeits-System. Dieses liefert uns immer wieder Möglichkeiten, Tätigkeiten auszuführen, die unseren beiden Begleitern gefallen – was dann die Freundschaft mit unserer Spielfigur festigt und uns so immer wieder neue, kleine Geschichten aus der Vergangenheit der Begleiter offenbart.

Die Story fesselt, überrascht aber nicht

Als neue Weltereignisse gibt es die Oblivion-Tore, die sich als Arena-Kämpfe in den Totenländern gegen starke Feinde und Boss-Wellen präsentieren. Schafft man es jeweils bis zum stärksten Boss und besiegt ihn, geht es mit massig Beute zurück in das neue Tamriel-Areal Dunkelforst. Dort spielt auch der Großteil der gut 20-stündigen Kampagne, die zwar auf ein wenig überraschendes Ende hinausläuft, aber mit spannenden Passagen, glaubwürdigen Charakteren und persönlichen Schicksalen aufwartet, die den Spieler durchaus fesseln.

Wie die jüngsten bereits erschienen Inhalte hält auch "Blackwood" das hohe Niveau abseits der Kampagne: Jeder Dungeon und jede Nebenmission ist mit einer eigenen Handlung ausgestattet, statt simple Abarbeitungsaufgaben gibt es immer etwas Neues zu erleben und zu erfahren. Neben dem Erkunden der dieses Mal extrem weitläufigen Ruinen-, Wald- und Sumpf-Gebieten wartet im Endgame dann auch noch der Felshain. Dort sollten sich nur die bestausgerüstetsten und stärksten Teams hinwagen, denn es warten Hunderte Dämonen und auch Anführer aus Mehrunes Dagons Armee auf 12-Spieler-Teams. Als Belohnung können sie dafür mit exklusiven Gegenstandssets und dem Sul-Xan-Fleischfetzer als Reittier  auftrumpfen.

"ESO" wird immer besser und besser

Das neue Kapitel "Blackwood" überzeugt auf ganzer Linie. "The Elder Scrolls Online" war schon lange nicht mehr so persönlich und qualitativ hochwertig, und gleichzeitig gab es kaum einen solch perfekten Zeitpunkt für Neulinge, in die Abenteuer der Game-Reihe einzusteigen. Vor allem die beiden wählbaren Begleiter kommen aber auch jenen zugute, die nicht ständig mit menschlichen Mitspielern losziehen wollen. Experten wiederum freuen sich über den bis zum Ende hin knackig ansteigenden Schwierigkeitsgrad und die brutale Herausforderungen, die in Prüfungsform in Felshain daherkommt.

Auch erzählerisch und grafisch bewegt sich das neue "ESO"-Kapitel auf extrem hohem Niveau. Nachdem wir schon die "Skyrim"-Nostalgie von "Greymoor" in den Himmel loben mussten, setzt "Blackwood" nun mit der Rückkehr in die Goldenen "Oblivion"-Zeiten sogar noch eine Schippe Qualität drauf. Keine Frage, die "The Elder Scrolls Online"-Reihe hatte in seiner über siebenjährigen Geschichte einige Durchhänger – seit spätestens 2020 zeigen die Entwickler aber, warum es eine der größten Spiele-Sammlungen aller Zeiten ist und dass es aller Kritik zum trotz immer besser und besser geht.

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