"The Elder Scrolls Online: Greymoor" lockt Skyrim-Fans

Das neue Kapitel "Greymoor" für das Rollenspiel "The Elder Scrolls Online" lockt nicht nur mit einer gewohnt guten Umsetzung, sondern auch mit zahlreichen Anspielungen auf den Spiele-Bruder "Skyrim".

In "The Elder Scrolls Online: Greymoor" geht es als Teil des jahresumfassenden Schauerabenteuers "Das Schwarze Herz von Skyrim" zurück in die eisige Tundra und die verschneiten Berge des westlichen Himmelsrand, wo sich "Skyrim"-Fans nur allzu wohl fühlen. Doch nicht nur sie sollen mit dem neuen Kapitel gelockt werden. Auch für treue "The Elder Scrolls Online"-Spieler hat "Greymoor" mit seinem Kampf gegen einen mächtigen Vampirfürsten einige gute Argumente zu bieten.

Nicht nur beim Ort des Geschehens, auch bei der Handlung geht es nun ein Stück zurück in der "Elder Scrolls"-Geschichte, nämlich zu Lyris Titanenkind, die jedem Spieler aus dem Anfänger des Epos bekannt sein sollte. Mit ihr sowie einer Vampirin und einer Prinzessin geht es wieder in wilde Kämpfe, aber auch eine emotional erzählte Geschichte einer Heldin, die sich in der altertümlichen Welt voller Feinde und Freunde erst beweisen muss.

Einen Fehler machen die Entwickler aber bei der Erzählung: Während das Spiel versucht, nach und nach Spannung mit rätselhaften Todesfällen und unheimlichen Artefakten aufzubauen, wird das Kapitel schon von Anfang an mit dem Kampf gegen einen finsteren Vampirherrscher beworben. Schade, denn ohne diesen Hinweis würde sich ein toller Spannungsbogen aufbauen - so aber sind die Phasen bis zur großen "Enthüllung", wer hinter den Geschehnissen steckt, etwas zäh. Und das große Zusammentreffen mit dem Bösewicht muss leider noch bis zur nächsten Erweiterung warten.

Wunderbar lebendige Welt

Absolut Klasse wiederum ist die Welt von "Greymoor" gestaltet: Von der Basis-Stadt Einsamkeit über das Stolzspitze-Herrenhaus, das Dorf Mothral oder die Drachenbrücke kommen hier vor allem "Skyrim"-Kenner voll auf ihre Kosten, auch wenn das eine Abenteuer weit vor dem anderen angesiedelt ist. Von der lebhaften Stadt bis zu düsteren Wäldern, die Atmosphäre in "Greymoor" ist ganz großes Kino und kann das lauernde Grauen in den Schatten gut an die Spieler vermitteln. Geht es nach dem bergigen Himmelsrand in die Tiefen von Schwarzweite, kommt man trotz Höhlen-Flair aufgrund der geschickten Gestaltung und den vielen Details nicht mehr aus dem Staunen heraus.

Ebenso lobenswert sind die vielen NPCs, die uns ihre ganz eigenen Ängste und Nöte schildern, uns um Hilfe bitten und um Rat fragen. Hier finden sich keine sich wiederholenden Aufgaben, sondern teils herzerwärmende, teils skurrile Schicksale, die die Spielzeit absolut wert sind. Bemerkenswert ist, dass sich auch eigentlich abgeschlossene Side-Quests zu längeren Aufgaben-Reihen entwicklen können, da man plötzlich Hinweise auf neue Geschehnisse und Gegner findet und sie mit anderen Vorfällen in der Spielwelt in Verbindung bringen kann.

Antiquitäten als Neuerung

Mit Antiquitäten führt das Kapitel "Greymoor" auch eine neue Mechanik für Spieler ein, die von "The Elder Scrolls Online" nicht genug bekommen können. Sie ermöglichen die Suche nach "Mythic Gear", aber auch nach allerlei Teilen für Figuren-, Waffen- und Rüstungsanpassungen, Einrichtungen sowie, ja wirklich, einem Roboter-Reittier. Dazu müssen Ausgrabungsstätten auf der gesamten Weltkarte geplündert werden. Die Abfolge läuft so: Bosse aber auch Events und Truhen werfen manchmal "Spuren" zu Items ab. Dann muss mit einem Minispiel, bei dem Felder miteinander verbunden werden, das Suchgebiet des Artefakts eingegrenzt. Je nach Größe des Suchgebiets muss nun oft lange eine Grabungsstätte in der betreffenden Gegend gesucht und gefunden werden.

Hat man sie entdeckt, startet ein zweites Minispiel, bei dem mit einer vorgegebenen Anzahl an Zügen das Artefakt freigelegt werden soll. Das neue System ist zwar eine Zeitlang spannend, wird aber irgendwann zur Gewohnheit und frisst dazu auch jede Menge Zeit, wenn man erfolgreicher Antiquitäten-Sammler sein will. Etwas Abwechslung bei den Minispielen wäre wünschenswert gewesen. Für echte Hardcore-Spieler ist das System allerdings lohnenswert, denn die "Mythic Gear" ist so schwer zu ergattern, wie sie einzigartig ist - teils wird die Laufgeschwindigkeit des Charakters erhöht oder Gegner verflucht. Sechs solcher Stücke gibt es bisher, getragen werden kann pro Spielfigur nur eines davon.

Nicht nur für Multiplayer

Stark ausgelegt ist das neue Kapitel auch auf Einzelspieler: Wer nicht will, kann fast alles in "Greymoor" auch im Alleingang erledigen. Nur Gramstürme und Weltbosse, eine paar Endgegner und die 12-Spieler-Prüfung erfordern eine Multiplayer-Kooperation. Ein schönes Zuckerl, wenn man einfach mal zufrieden durch die Welt stapfen und erkunden kann, welch tolle und abwechslungsreiche Spielwelt "Greymoor" eigentlich zu bieten hat. Die Möglichkeiten sind jedenfalls auch im neuen "The Elder Scrolls Online"-Kapitel wieder endlos.

Mit "Greymoor" gelingt den Entwicklern wieder ein gewohnt gutes "Elder Scrolls"-Abenteuer, dieses Mal sogar mit einem gekonnten Spagat: Nicht nur werden durch die Spielwelt auch "Skyrim"-Fans ins Boot geholt und Einzelspieler gut bedient, auch mit der Einführung der neuen Antiquitäten-Mechanik werden jene Spieler belohnt, die bereit sind, einige Extra-Stunden in das Rollenspiel zu investieren und Ausrüstung der Extraklasse abzustauben. Inhaltlich darf man gespannt auf die nächsten Schritte sein, denn auch wenn der Vampirfürst etwas zu deutlich angeteasert wurde, präsentiert "Greymoor" einen unheimlich spannenden Auftakt für die kommenden Geschehnisse.

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