EU-Event der Regierung kostete Millionen

(v.l.) Der bulgarische Premierminister Bojko Borissow, EU-Ratspräsident Donald Tusk, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), mit den Dachsteinhoheiten, beim Auftakt des österreichischen EU-Ratsvorsitzes am Samstag, 30. Juni 2018 in Schladming mit der symbolische Übergabe des EU-Ratsvorsitzes von Bulgarien an Österreich.
(v.l.) Der bulgarische Premierminister Bojko Borissow, EU-Ratspräsident Donald Tusk, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), mit den Dachsteinhoheiten, beim Auftakt des österreichischen EU-Ratsvorsitzes am Samstag, 30. Juni 2018 in Schladming mit der symbolische Übergabe des EU-Ratsvorsitzes von Bulgarien an Österreich.Bild: picturedesk.com
Ende Juni feierte die Regierung den Beginn unseres EU-Ratsvorsitzes in Schladming. Nun ist bekannt, was der Spaß gekostet hat.

Am 30, Juni wurde in Schladming auf Einladung der Regierung der Beginn des österreichischen EU-Ratsvorsitzes gefeiert (lesen Sie hier unseren Bericht dazu). NEOS-Mandatarin Claudia Gamon fragte bei Europa-Minister Gernot Blümel (ÖVP) nach den Kosten des Events.

2,7 Millionen Euro

Nun hat sie die Antwort bekommen: Die feierliche Übergabe des Vorsitzes durch den bulgarischen Ministerpräsidenten Bojko Borissow an Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) mitsamt höchster EU-Prominenz kostete den Steuerzahler rund 2,7 Millionen Euro. Die Beantwortung der parlamentarischen Anfrage liegt der "Kleinen Zeitung" vor.

1,4 Millionen Euro wurden dabei für Leistungen von Eventagenturen ausgegeben, die die Feier planten und inszenierten. 1,3 Millionen Euro gab man für Werbung aus - großteils Zeitungsinserate.

"Auftaktevent ungewöhnlich groß"

Im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung" übt Gamon Kritik. Die Regierung habe angekündigt, sparen zu wollen - davon merke man aber wenig. "Das Auftakt-Event war im Vergleich zu anderen Ländern ungewöhnlich groß, das ist keine schöne Optik." Den EU-Ratsvorsitz würde Kurz "für seine Marketing-Show" missbrauchen, "und das auf Kosten der Steuerzahler".

Kreativität wichtiger als Preis

Bei der Auswahl der Eventagenturen, die die Veranstaltung organisierten, habe man die "Gesamtkosten mit 30 Prozent, die Kreativität der Konzepte mit 70 Prozent gewichtet", heißt es in der Anfragebeantwortung. Gewonnen hat ein Bieterkonsortium, dem ursprünglich auch die Agentur des ehemaligen Kabinettschefs von ÖVP-Ministerin Maria Fekter, Gregor Schütze, angehörte. Er trat dann aber aus der Bietergemeinschaft aus, ist mittlerweile der von der ÖVP entsandte Stiftungsrat im ORF.

"Servus Europa"

Gratis-Gondelfahrten auf die Planai, ein Gipfelpicknick und ein "informativer EU-Trail" waren Teil des Events, das unter dem Titel "Servus Europa" in Schladming stattfand. Zusätzlich gab es "ganztägige musikalische Unterhaltung" in den Fußgängerzonen der Stadt Schladming und am Abend ein Konzert ("Europa LIVE") im Planai-Stadion.

Wieviele Besucher?

Am Europa-Picknick nahmen etwa 5.000 Menschen teil, das Konzert im Planai-Stadion besuchten 3.500 Personen. In der Anfrage spricht Blümel allerdings von "306.500 Personen, die unter Berücksichtigung der Besucher und Besucherinnen in Schladming und den Zuseher und Zuseherinnen über den Live-Stream des Bundeskanzleramts effektiv erreicht werden konnten."

(red)

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