EU-Rekordstrafe von 4,3 Mrd. Euro gegen Google

Der US-Konzern Google soll die Dominanz bei Handy-Betriebssystemen ausgenutzt haben, sagt die EU-Kommission. Und verhängt eine Rekordstrafe.
Die EU belegt den Internet-Konzern Google mit einer Rekordstrafe wegen seines mobilen Betriebssystems Android. Die europäischen Wettbewerbshüter würden gegen den US-Konzern eine Geldstrafe von 4,3 Milliarden Euro wegen des Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung verhängen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus EU-Kreisen. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager werde die Entscheidung verkünden.

Android wird als Betriebssystem auf Handys und mobilen Geräten wie Tablets eingesetzt. Google stellt Android Geräteherstellern kostenlos zur Verfügung. Das Unternehmen soll dabei aber darauf gedrängt haben, ganze Gruppen von Google-Programmen und Apps wie Google Search, den Browser Chrome, Gmail, oder den Video-Kanal YouTube vorzuinstallieren. Zudem soll Google die Hersteller daran hindern, Smartphones mit anderen Betriebssystemen zu vertreiben.

"Android hat mehr Auswahl für alle geschaffen, nicht weniger. Ein dynamisches Ökosystem, schnelle Innovation und niedrigere Preise sind klassische Kennzeichen des robusten Wettbewerbs. Wir werden gegen die Entscheidung der Kommission Berufung einlegen", hieß von von Google in einer ersten Stellungnahme.

85,9 Prozent Marktanteil

Nach Angaben der Marktbeobachtungsstelle Gartner lag der Marktanteil von Android bei Smartphones im vergangenen Jahr bei 85,9 Prozent. Das Apple-Betriebssystem iOS kam demnach auf 14 Prozent.

CommentCreated with Sketch.2 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Die Strafe für Google ist die höchste EU-Strafe in einem Verfahren wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung. Auch das bisherige Rekordstrafgeld von 2,42 Milliarden Euro in diesem Bereich war gegen Google verhängt worden.

Die EU-Kommission hatte im Juni 2017 befunden, dass Google Konkurrenten bei der Suche nach Online-Shopping benachteiligt. Der US-Konzern hat die Entscheidung angefochten. (kaf/afp)

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