'Das Gute daran ist' – AfD-Politiker empört mit Tweet

Beim Zusammenstoß zweier Eurofighter ist ein Pilot ums Leben gekommen. Ein AfD-Politiker steht nach einem gehässigen Tweet nun mächtig in der Kritik.
Zwei Kampfjets der deutschen Bundeswehr sind am Montag in der Luft kollidiert und im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern abgestürzt. Die Piloten betätigten den Schleudersitz – einer von ihnen überlebte, der zweite ist tot, wie die Luftwaffe bestätigte.

Die Maschinen stießen bei Luftkampfübungen zusammen. Insgesamt waren drei Kampfjets unterwegs. Der Pilot der dritten Maschine beobachtete den Absturz und die Fallschirme der beiden anderen Piloten. Es ist das schwerste Unglück der Bundeswehr in Deutschland seit vielen Jahren.

Anteilnahme und Pietätlosigkeit

Während Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nach dem Unfall gleich zur Unglücksstelle flog und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) genauso wie Regierungssprecher Steffen Seibert via Twitter kondolierten ("Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden des Verunglückten") , ließ der AfD-Politiker Udo Hemmelgarn mit einem äußerst fragwürdigen Tweet aufhorchen.

"Jetzt haben wir noch ein taugliches Flugzeug! Das 'Gute' daran ist, das [sic!] es in der Zukunft keine weiteren Zusammenstösse [sic!] in der Luft geben wird!", zwitscherte der Bundestagsabgeordnete kurz nach dem Unfall am Montag. Wenig später wurde das Posting wieder gelöscht.

CommentCreated with Sketch.3 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Der ehemalige CDU-Generalsekretär Peter Tauber machte zuvor einen Screenshot und bezeichnete das Posting als "beschämend".



Der FDP-Politiker Alexander Grad Lambsdorff forderte von Hemmelgarn prompt die Niederlegung seines Mandats. Auch andere User im Netz empörten sich über den pietätlosen Beitrag des Politikers.



Der AfD-Politiker rechtfertigte seine Worte später damit, dass die Piloten vor seinem Posting bereits "gerettet" waren. Erst danach habe sich herausgestellt, dass einer der beiden Männer verstorben war. Daraufhin hat Hemmelgarn den Angehörigen sein Beileid ausgesprochen.



Die abgestürzten Flugzeuge gehörten zum Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff", das in Laage bei Rostock stationiert ist. Seine Hauptaufgabe ist die Ausbildung der deutschen Eurofighter-Piloten. Bei Bedarf ist das Geschwader gemeinsam mit zwei anderen Jagdverbänden auch für die Sicherung des deutschen Luftraums zuständig.

(ek)

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