Tara Reade, eine frühere Mitarbeiterin im Senatsbüro von Ex-US-Präsident Joe Biden, hat die russische Staatsbürgerschaft erhalten. Kremlchef Wladimir Putin unterzeichnete ein entsprechendes Dekret, das am Montag veröffentlicht wurde. Reade war Anfang der 1990er-Jahre als Assistentin für Biden tätig und beschuldigte ihn 2020 eines sexuellen Angriffs. Biden wies die Anschuldigungen mit den Worten "Das ist nie passiert" zurück.
In dem Dekret heißt es: "Ich erlasse hiermit an die Russische Föderation, den folgenden Personen die russische Staatsbürgerschaft zu verleihen: McCabe Alexandra Tara, geboren am 26. Februar 1964 in den Vereinigten Staaten von Amerika." Damit ist Tara Reade nun offiziell russische Staatsbürgerin. Der Name im Dekret entspricht ihrem vollständigen bürgerlichen Namen. In offiziellen US-Dokumenten, etwa bei Gericht oder in Universitätsunterlagen, trat Reade wiederholt als Alexandra Tara McCabe auf. "Tara Reade" ist der Name, unter dem sie in der Öffentlichkeit bekannt wurde, insbesondere seit ihren Vorwürfen gegen Biden.
Sie arbeitete von Dezember 1992 bis Sommer 1993 als Assistentin in Bidens Senatsbüro. Im Wahljahr 2020 erklärte sie in Interviews, Biden habe sie 1993 in einem Gang bedrängt, gegen eine Wand gedrückt und sexuell angegriffen. Die Vorwürfe lösten in den Vereinigten Staaten eine breite Debatte aus.
Im Mai 2023 beantragte Reade politisches Asyl in Russland. Sie sagte damals, sie fürchte in den USA um ihre Sicherheit. Unterstützt wurde sie bei diesem Schritt von der russischen Abgeordneten Maria Butina. Reade trat seitdem mehrfach in russischen Staatsmedien auf und äußerte sich kritisch über die US-Regierung.
Mit der nun verliehenen Staatsbürgerschaft erhält sie nach Angaben des Dekrets alle Rechte und Pflichten einer russischen Bürgerin. Ob sie bereits einen russischen Pass erhalten hat, ist nicht bekannt. Russland gewährt Ausländern die Staatsbürgerschaft per Präsidentenerlass nur höchst selten.