Die Fußballwelt ist wegen der erfolgreichen Intervention von Donald Trump in Aufruhr. Nach einem Anruf bei der FIFA – laut Trump nur eine Bitte, sich den Fall anzusehen – wurde vor dem WM-Achtelfinale der USA gegen Belgien die Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun zurückgenommen.
Der internationale Aufschrei ist groß. Auch hierzulande. Am Montag äußerte sich bereits Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt gegenüber "Heute" erbost. Am Dienstag hält sich nun der langjährige Fußballfunktionär Georg Pangl zu Gast im Ö1-Journal nicht mit Kritik zurück.
Der Ex-UEFA-Spitzenfunktionär war zehn Jahre lang Vorstand der heimischen Bundesliga, trat 2024 als Burgenlands Verbandschef zurück. Jetzt jubelt er über den 4:1-Sieg Belgiens über die USA: "Ich meine, dass der Fußballgott heute Nacht runtergeschaut hat. Wir können uns bei den Belgiern bedanken."
Pangl: "Die Causa Balogun? Es ist ein noch nie dagewesener Skandal in der Geschichte der Fußballweltmeisterschaft, auch der FIFA. Die Frage ist, wie man damit umgeht."
Der 61-Jährige sagt weiter: "Hätte Belgien nicht gewonnen und man wäre zum Court of Arbitration, dann wäre die gesamte Weltmeisterschaft, die ja 11 oder 13 Milliarden einspielt, eine riesengroße Farce geworden. Da ist sehr viel aufzuarbeiten."
"Das ist ein riesengroßer Skandal, denn die Regel, dass eine rote Karte eine Spielsperre automatisch nach sich zieht, die gilt bis in den letzten Winkel dieser Welt, bin in die letzten Klassen. Auch im Burgenland, wo ich her bin."
Gianni Infantinos Rolle? "Gianni ist so einzementiert, er wird auch die nächste Periode als FIFA-Präsident gewählt werden. Es geht um die Integrität des Fußballs und wie man damit umgehen will. Man hat mit der Erklärung der FIFA gesehen, dass sich Gianni Infantino, der Präsident, selbst wieder gut darstellen will."
Und Donald Trump? Pangl: "Eine Anmerkung sei mir noch erlaubt: Präsident Trump hat nicht gewusst, was er mit dieser Intervention anrichtet. Er hat keine Ahnung von Fußball und er wollte einfach helfen. Ohne das schönzureden, es ist unfassbar, was da zwei verhaltensoriginelle Herrschaften mit dem schönsten Spiel, das es auf der Welt gibt, anstellen können."
Wird Fußball zum Politikum? "Der Fußball muss sich abheben vom Politikum. Ob das jetzt der EU-Themen, NATO-Themen oder sonstige Themen sind, die Herr Trump da in seiner eigenwilligen Art beeinflusst… wenn die Herrschaften, die da zuständig sind, das zulassen. Ja, aber der Fußball muss sich davon abheben. Da wäre halt der FIFA-Präsident oder der FIFA-Rat zuständig und hier müsste es ein ordentliches Korrektiv auch für den FIFA-Präsident geben."