Sein politischer Blitzauftritt hatte für ein Donnerwetter gesorgt: Am Faschingsbeginn, dem 11. November 2019, war Manuel L. (25) einstimmig als Obmann der FPÖ Loosdorf gewählt worden. Kurz nach der Ernennung war dem "Falter" ein Video aus dem Jahr 2014 zugespielt worden: Darauf ein schwer angeschlagener Manuel L. mit Hitlergruß, dazu grölte er noch "Hitlaaa". Ein heute 27-Jähriger filmte ihn dabei.
Nach nur zwei vollen Tagen im Amt wurde FP-Loosdorf-Obmann Manuel L. aufgrund des öffentlichen Drucks aus der Partei geworfen, in der Folge verlor er auch noch seinen Job.
Am heutigen Montag musste sich der Ex-FP-Loosdorf-Obmann, knapp eine Woche nachdem Kollege Martin Huber wegen eines Glückwunschpostings vor Gericht gestanden war ("Heute" berichtete), mit dem 27-jährigen Filmer wegen des Verbrechens nach dem Verbotsgesetz vor einem Geschworenensenat verantworten.
Einziges Glück für Manuel L. (25) und dem 27-jährigen Mitangeklagten: Beide waren zum Tatzeitpunkt 2014 noch nicht 21 Jahre alt, galten somit als junge Erwachsene.
Manuel L. zeigte sich einsichtig: "Ich habe damals rund vier Gspritzte und Schnaps getrunken. Es war eine Mischung aus Dummheit, Alkohol und Blackout." Da der heute 25-Jährige zum Tatzeitpunkt unter 21 Jahre alt war, unbescholten ist und laut Senat Verantwortung für die Tat übernommen hat, kam Manuel L. mit einer Diversion davon - 120 Sozialstunden. Der Richter ist dafür, dass Manuel L. die gemeinnützigen Stunden im ehemaligen KZ Mauthausen abarbeitet.
Das Verfahren gegen den wegen Körperverletzung vorbestraften 27-Jährigen dauerte gut eine Stunde länger. Denn: Er hatte Manuel L. damals animiert und gefilmt und selbst bei einem Feuerwehrfest, vor einer Disko und in einer Wohnung die Hand zum Hitlergruß erhoben. Die Laienrichter befanden den Angeklagten einstimmig für schuldig. Der 27-Jährige fasste 15 Monate bedingt als Zusatzstrafe zu einer bereits verhängten Geldstrafe aus (nicht rechtskräftig).