Ex-Freundin nach Sex erwürgt, "Alexa" überführt Mörder

Der Angeklagte Dieter E. wurde am 16. Dezember zu zehn Jahren Haft verurteilt.
Der Angeklagte Dieter E. wurde am 16. Dezember zu zehn Jahren Haft verurteilt.Armin Weigel / dpa / picturedesk.com
Ein Mann wurde zu 10 Jahren Haft verurteilt, weil er seine Ex getötet hatte. Der Amazon-Sprachassistent des Opfers hatte alles mitgehört.

Ein Gericht in Regensburg (Bayern) hat am Mittwoch den 54-jährigen Dieter E. wegen der vorsätzlichen Tötung seiner Ex-Freundin zu zehn Jahren Haft verurteilt. Nataliya L. war am 4. Dezember 2019 tot in ihrem Bett aufgefunden worden. Im Prozess gegen den angeklagten E. hatte die Staatsanwaltschaft einen glaubwürdigen Zeugen: Alexa, den Amazon-Sprachassistenten in der Wohnung des Opfers.

Amazon gab die Audiodatei heraus

Nataliya L. hatte sich kurz zuvor von Dieter E. getrennt. Die Beziehung – und später die Trennung – muss für die Ukrainerin sehr belastend gewesen sein. Laut "Bild"-Zeitung ist der Heizungsbauer ein elffach vorbestrafter Stalker. Erst einen Monat vor der Tat war er wegen Stalkings zu sieben Monaten Haft verurteilt worden.

Am Abend des 3. Dezember 2019 tauchte E. bei Nataliya L. auf. Er klopfte stundenlang an ihre Tür, bevor sie ihn schließlich reinließ. Die beiden sollen reichlich Wein und Whisky getrunken haben, es sei zum "Abschiedssex" gekommen, schilderte die Staatsanwaltschaft vor Gericht.

"Um 23.55 Uhr haben wir die Aufzeichnung der Alexa mit der Stimme des Angeklagten», sagte Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher zu "Bild". Die Ermittler wandten sich an Amazon. Sie stellten einen Antrag an die Clearingstelle des US-Unternehmens in Belgien, um die komplette Audiodatei zu erhalten.

"Alexa" als Zeugin

Die gespeicherten Daten waren der Beweis, dass E. die Nacht bei seiner Ex verbracht und sie nach dem Sex erwürgt hatte – vermutlich von hinten mit einem Unterarmgriff. Um 3:16 Uhr hörten die Ermittler eine Männerstimme, die Alexa befahl: "Geh schlafen." Um diese Zeit lag das Opfer schon tot im Bett, wie die Obduktion zeigte.

E. verließ danach die Wohnung. Nur wenige Meter davon entfernt verletzte er sich so schwer, dass er notoperiert werden musste. Passanten hatten ihn in einem Gebüsch entdeckt. Die Schnittverletzungen soll er sich selbst zugefügt haben, um sich selbst zu töten. Aufgrund der Beweislage nahm die Polizei Dieter E. noch während des Spitalaufenthaltes fest. Alexa lieferte später das restliche Beweismaterial für seine Verurteilung.

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