Chat-Skandal – Ex-Ministerin nicht mehr für IHS tätig

Die frühere Familienministerin Sophie Karmasin ist vorerst nicht mehr für das Institut für Höhere Studien (IHS) tätig.
Die frühere Familienministerin Sophie Karmasin ist vorerst nicht mehr für das Institut für Höhere Studien (IHS) tätig.Michael Gruber / EXPA / picturedesk.com
Sophie Karmasin ist Beschuldigte im ÖVP-Chat-Skandal. Nun stellte das IHS die Kooperation mit der Ex-Ministerin bis zur Klärung der Vorwürfe ruhend. 

Die frühere Familienministerin Sophie Karmasin dürfte nicht mehr für das Institut für Höhere Studien (IHS) tätig sein. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Profil" in seiner aktuellen Ausgabe. "Wir haben die Zusammenarbeit ruhend gestellt, bis alle Vorwürfe geklärt sind", wird IHS-Sprecher Paul Glück gegenüber zitiert. Karmasin wird von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in der Causa der ÖVP-Chats als Beschuldigte geführt. 

Karmasin fungierte kurz nach dem Ende ihrer Laufbahn als Ministerin als Mitbegründerin eines IHS-eigenen Kompetenzzentrums für Verhaltensökonomik, des "Insight Austria". Das Zentrum wurde im Jahr 2018 vom damaligen IHS-Chef und nunmehrigen ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher ins Leben gerufen. Bis vor wenigen Tagen schien Karmasin noch auf der Website von "Insight Austria" als Konsulentin auf.

Karmasin kommt in Chats vor

Karmasin ist Mitbeschuldigte in der Korruptions-Causa um Sebastian Kurz. Die Chat-Enthüllungen deuten darauf hin, dass eine Gruppe von Vertrauten um Kurz bei Karmasins Engagement bei "Insight Austria" mitgemischt haben könnte.

"Muss Dich was zu IHS fragen", schrieb Karmasin etwa 2018 an den Kurz-Vertrauten Thomas Schmid. Andere Chats (nicht im Zusammenhang mit Karmasin) zeigen, wie Schmid immer wieder versuchte, Druck auf das damals vom nunmehrigen Arbeitsminister Martin Kocher geführten IHS auszuüben. Eine Stellungnahme Karmasins gibt es bislang nicht. 

In der Korruptionscausa ermittelt die WKStA wegen des Verdachts der Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit unter anderem gegen ÖVP-Klubobmann Sebastian Kurz, dessen engstes Umfeld sowie Medienmacher Wolfgang Fellner. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung. So sollen geschönte und vom Steuerzahler finanzierte Umfragen Sebastian Kurz verholfen haben, an die Spitze der ÖVP zu gelangen. 

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