Ex-Miss und Freund trotz Impfung auf Intensivstation

Dass sie und ihr Partner wegen Corona auf der Intensivstation landen, damit hatten die Ex-Miss-Schweiz Nadine Vinzens und ihr Partner nicht gerechnet.

Vor rund zwei Monaten hat sich die Ex-Miss Schweiz Nadine Vinzens mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson impfen lassen und fühlte sich gut geschützt. Doch dann infizierte sie sich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 und erlitt einen schweren Verlauf. Sie verbrachte sogar einige Zeit auf der Intensivstation. Auch ihren Partner, den Frankfurter DJ Mark Reeve erwischte Covid-19 schwer.

Wie ihnen könnte es auch anderen gehen, die den Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson (J&J) erhalten haben. Denn der schützt weit weniger verlässlich vor einer Infektion als die mRNA-Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna. Während die zu rund 75 Prozent gegen eine symptomatische Infektion mit Delta schützen, bringt es der J&J-Impfstoff nur auf 65 Prozent, schlüsselt das deutsche Robert-Koch-Institut auf. Noch grösser ist der Unterschied bei der Verhinderung schwerer Verläufe: Die mRNA-Impfstoffe bringen es auf rund 90 Prozent, das Einmal-Vakzin auf 70 Prozent.

"Weil es noch nicht dringend ist"

Das schlägt sich auch in der Zahl der Impfdurchbrüche nieder, wie Daten aus Deutschland und Frankreich zeigen. In beiden Ländern wird den mit J&J geimpften Personen empfohlen, sich nach vier Wochen mit einem mRNA-Impfstoff boostern zu lassen. In der Schweiz gibt es keine solche Empfehlung – "weil es noch nicht dringend ist", so Christoph Berger, Präsident der Schweizer Impfkommission (Ekif). "Die ersten Impfungen mit Johnson & Johnson in der Schweiz sind ja noch gar nicht so lange her." Man wolle sich aber zeitnah mit dem Thema befassen.

Jenen, die sich wie Vinzens und ihr Partner zu einem früheren Zeitpunkt im Ausland mit J&J haben impfen lassen, rät Berger, sich an den dort bestehenden Empfehlungen zu orientieren. Wer demnach jetzt schon an der Reihe für einen Booster sei, sollte sich diesen am selben Ort holen wie den ersten. "Das finde ich naheliegend", so Berger. Im Zweifelsfall wären aber auch Individuallösungen in der Schweiz denkbar. "Das wäre dann ein Off-Label-Use, aber ohne Weiteres möglich."

Impfdurchbrüche in Österreich

Im AGES-Papier zu Impfdurchbrüchen heißt es mit Stand 17. November 2021: "Seit Anfang Februar waren in Österreich bei insgesamt 325.165 laborbestätigten Fällen von SARS-CoV-2 Infektionen mit klinischer Symptomatik unter Personen im Alter von 12 Jahren und älter 66.014 Fälle vollständig geimpft (20,30 %). Innerhalb der vergangenen 4 Kalenderwochen (KW 42-45) traten unter den 106.336 symptomatischen laborbestätigten SARS-CoV-2 Infektionsfällen dieser Zeitperiode 42.854 Fälle auf, die vollständig geimpft waren (40,30 %)."

"Von 5.421.690 Personen mit vollständiger Impfung wurden bisher 66.014 Fälle an Impfdurchbrüchen gemeldet (1,22 %). Auf 1.000 vollständig geimpfte Personen kommen somit rund 12 Personen mit einem Impfdurchbruch."

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