Expeditions Viking im Test: Gehaltvolles Rollenspiel

Expeditions: Viking ist nicht nur ein Rollenspiel, sondern bietet frischen Wind abseits von Mainstream-Fantasy.
Expeditions: Conquistador von Logic Arts hat viele Zocker mit tiefgehenden Inhalten überrascht, vollends überzeugt soll die Spielergemeinschaft nun mit dem Rollenspiel Expeditions: Viking für PC werden. Rollenspiel-Fans sollten sich dabei nicht von der altbackenen Grafik abhalten lassen, die einen Kritikpunkt unseres Tests darstellt. Hinter den Kulissen geht es äußerst gehaltvoll her.

Schauplatz von Viking ist das Europa im 8. Jahrhundert. Eine kleine Gruppe Wikinger legt an der Küste Englands an – und sind bisher nicht mehr als eine Randnotiz der Geschichte. Zu allem Übel verstirbt auch noch der Clan-Anführer und der Auftakt des Spiels könnte von der Story spannender nicht sein. Als junger und unerfahrener Wikinger-Anführer heißt es nämlich nicht vorwiegend kämpfen, sondern den uns ablehnend gegenüberstehenden Clan zu einem legendären Volk zu einen.

Deswegen wechselt man von der Vorgeschichte in England wieder nach Dänemark und spielt dort die erste Kampagne. Darin muss erst einmal alles für einen England-Eroberungszug vorbereitet werden. Der Spieler baut sich eine Truppe auf, bereitet einen Schiffsbau vor und versucht, die skeptischen Landsmänner von der eigenen Befähigung als Anführer zu überzeugen. Gelingt dies, geht es in Kampagne 2 nach England. Die Kampagnen haben übrigens Tagelimits, die man dafür brauchen darf. Selbst wenn man extrem langsam spielt und die Spieltage verstreichen lässt, sind diese aber scher zu überschreiten.

Brandschatzen oder verhandeln

Sind die Möglichkeiten in Dänemark noch recht beschränkt, offenbart sich in England eine wunderbare spielerische Freiheit. Die Wikinger können nämlich nicht nur in Dörfer einfallen und alles erbeuten, sondern auch den Weg des friedlichen Handels und der Diplomatie beschreiten. Das hat auch gewaltige Auswirkungen auf die Fortdauer des Spiels: Entweder man wird von Gegner regelrecht dauerbekämpft - oder man kann auf die Unterstützung angefreundeter Allianzmitstreiter hoffen.

Weil sozial mehr Spaß macht!

Heute Digital ist auch auf Facebook und Twitter vertreten. Folgen Sie uns und entdecken Sie die neusten Trends, Games und Gadgets aus der digitalen Welt.

facebook.com/heutedigital
twitter.com/heutedigital
Alle Game Reviews in der Übersicht!

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Ebenso wie die großen Eroberungs- oder Handelsentscheidungen sind aber auch die kleinen Details handlungsverändernd - schon einzelne Dialoge können teils dramatische Auswirkungen haben. Hier bewiesen die Entwickler Fingerspitzengefühl. Keine der Dialogmöglichkeiten wirkt an den Haaren herbeigezogen, alle sind für sich plausibel. Schön ist auch, dass man einen Handlungsstrang einer Fraktion durchspielen kann, bevor man zur nächsten Fraktion wechselt. Wer Abwechslung braucht, kann aber auch alle parallel spielen.

Rundenbasierte Kämpfe

Nicht innovativ, aber stabil zeigt sich das Kampfsystem von Viking. Rundenbasiert kann man den eigenen Trupp felderweise bewegen oder alternativ angreifen lassen. Besondere Stärke kommt bei diesem System Fernkampfeinheiten zugute, die Nahkämpfer am Weg zum Gegner schon mal vorzeitig ausschalten. Und: Den eigenen Helden kann man trotz Spielfeldtod nicht verlieren, er feiert nach gewonnenen Kampf eine wundersame Wiederauferstehung, wenngleich auch mit Verletzungen.

Expeditions: Viking
Expeditions: Viking


Quelle: Logic Arts

Die eigenen Figuren kann man zwischen den Kämpfen mit Fähigkeitspunkten upgraden. Schade ist, dass diese Upgrades bis auf die schnell erlernten Waffenfertigkeiten kaum den Kampf beeinflussen oder Wirkungen zeigen. Umso schöner aber ist das Kartensystem, auf dem die Figuren rasten und sich erholen müssen. Das geschieht an Lagerfeuern, inklusive Einteilung von Reparatur- und Wacheeinheiten.

Fazit: Überraschend gehaltvoll

Würde man nur den Kampfteil von Expeditions: Viking serviert bekommen, hätte man Rollenspiel-Einheitsbrei vor sich. Überraschend stark wird der Titel aber durch die strategischen Elemente der Story und die spielerische Freiheit, die einem gewährt wird. Diese Tiefe wiegt die veraltete Grafik, die unser größter Kritikpunkt ist, bei weitem wieder auf.

Gut 50 Stunden begleitet man die Wikinger in diesem Indie-Titel auf ihrer Reise durch die Geschichte. Ob man die Wikinger dabei als brutale Bande oder als geschickte Verhandler positioniert, ist dem Spieler selbst überlassen. Langeweile kommt jedenfalls nicht auf und wer auf der Suche nach einem taktischen Rollenspiel ist, kann beruhigt die Segel auf Expeditions: Viking setzen.

Nav-AccountCreated with Sketch. Rene Findenig TimeCreated with Sketch.| Akt:
GametippGamesSpieleVideospiel

ThemaCreated with Sketch.Mehr zum Thema