Experte: "Die Impfpflicht kommt zu spät"

Ab 1. Februar 2022 wird ganz Österreich gegen das Coronavirus geimpft.
Ab 1. Februar 2022 wird ganz Österreich gegen das Coronavirus geimpft.Sven Hoppe/dpa
In Österreich gilt ab 1. Februar eine Impfpflicht für alle. Eine Maßnahme, die laut Virologe Christoph Steininger viel früher notwendig gewesen wäre. 

Seit 19. November gehen die Wogen hoch: Die österreichische Regierung verkündete eine Impfpflicht für alle ab 1. Februar 2022. Eine weitere restriktive Maßnahme nach der Notbremsung mit dem vierten Lockdown im Land. Doch für den Wiener Virologen Christoph Steininger war diese Entscheidung längst überfällig. "Die Impfpflicht kommt viel zu spät, das sind Monate an wertvoller Zeit, die wie verlieren", sagt der "Alles gurgelt"-Miterfinder und Infektiologe von der MedUni Wien im "Heute"-Interview.

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Als Österreicher sei er skeptisch, dass im Februar die fehlenden Prozent innerhalb einer Woche geimpft werden. Außerdem sei diese Ballung aller Österreicher ein enormer logistischer Aufwand für das Gesundheitswesen. "Die müssen erst einmal herausfinden, wer bereits geimpft ist und wer noch nicht."

Christoph Steininger, Virologe und Infektiologe von der Meduni Wien
Christoph Steininger, Virologe und Infektiologe von der Meduni WienRoland Mühlanger / picturedesk.com

Impfpflicht in Stufen

Statt einer allgemeinen Impfpflicht in über zwei Monaten hätte der Experte sich ein sofortiges Handeln gewünscht und zu einem stufenartigen Vorgehen geraten. "Man hätte so rasch wie möglich mit kleinen Schritten beginnen sollen und lieber morgen als übermorgen eine Impfpflicht für Berufe im Gesundheitsbereich und Pädagogen einführen sollen. Später werden kaskadenartig weitere Berufsgruppen hinzugefügt."

Steiningers Bedenken gelten dabei nicht nur dem langen Zeitrahmen bis zum Start der Impfpflicht, sondern auch den darauf folgenden "rund zwei Monaten, bis die Immunisierung nach dem ersten Stich einsetzt." Bis dahin müsse man mit hohen Infektionszahlen rechnen – sprich, bis April 2022.

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