In den nächsten Wochen könnte sich die halbe Schweiz mit der Omikron-Variante anstecken: Dieses Szenario skizziert Richard Neher, Mitglied der wissenschaftlichen Corona-Taskforce des Bundes, in der "SonntagsZeitung" (Bezahlartikel). Voraussetzung dafür ist, dass sich das Virus im gleichen Tempo weiterverbreitet wie bisher. "Es ist denkbar, dass wir im Jänner 30.000 Fälle pro Tag erreichen. Dazu kommt eine beachtliche Dunkelziffer", so Neher.
Er bestätigt auch, dass nach ersten Daten aus Großbritannien und Südafrika die Omikron-Variante "etwas milder" sei. Er gibt jedoch zu bedenken, dass die Zahl der Hospitalisierungen trotzdem nicht unerheblich sei. "Die Fallzahlen steigen sehr schnell, und wir haben nicht mehr viel Spielraum in den Spitälern."
Trotzdem gibt es für Neher Grund zur Hoffnung, wenn man ins Ausland schaut. «Man darf die Situation zwar nicht direkt mit der in Südafrika vergleichen. Dort ging die Omikron-Welle aber einen Monat hoch und flacht seitdem wieder ab. Demnach könnte auch in der Schweiz Ende Januar das Gröbste vorüber sein», sagt Neher in der "SonntagsZeitung".
Zudem stehe man kurz davor, von einer pandemischen in eine endemische Situation zu wechseln. "Das Virus wird zwar nicht verschwinden und uns sicher auch im nächsten Winter beschäftigen. Aber nicht in dem Ausmaß, dass es erneut zu einer Krise kommen wird."