Experte hält 500.000 Neuinfektionen für möglich

Den heimischen Intensivstationen geht der Platz und das Personal aus. (Symbolbild)
Den heimischen Intensivstationen geht der Platz und das Personal aus. (Symbolbild)Getty Images / iStock
Epidemiologe Gerald Gartlehner ist überzeugt davon, dass uns mit der Omikron-Mutation "eine Welle bevorsteht, wie wir sie noch nicht erlebt haben".

Dort, wo Omikron schon in großem Stil angekommen ist, schießen die Zahlen in die Höhe. In Norwegen befürchtet man bis zu 300.000 Neuinfektionen pro Tag und das bei rund fünf Millionen Einwohnern. In Großbritannien beobachtet man schon jetzt eine Verdoppelung der Fälle alle drei Tage, Tendenz steigend. Legt man diese Rechnung auf Österreich um, so kommt man auf einen Wert von rund 500.000 möglichen Neuinfektionen pro Tag. 

Im Puls24-Interview wollte Thomas Mohr wissen, ob das ernsthafte Zahlen seien. Epidemiologe Gerald Gartlehner antwortet besorgt: "Ja, das sind tatsächlich ernsthafte Zahlen und die Entwicklungen in Großbritannien, Norwegen und auch Dänemark sind sehr besorgniserregend." Früher oder später würde Omikron auch in dieser Form nach Österreich kommen und dann sei zu befürchten, "dass eine Welle bevorsteht, wie wir sie noch nicht erlebt haben".

Verdoppelung der Neuinfektionen auch bei uns

Man könne die Situation mit Norwegen nicht ganz vergleichen, weil es dort bislang kaum Einschränkungen gegeben habe und die Zahlen werden in Österreich auf Grund der gängigen Regeln (Lockdown, 2G, 2GPlus, 3G am Arbeitsplatz, etc...) wohl deutlich niedriger sein, allerdings: Auf die Verdoppelungszeit der Neuinfektionen von zwei bis drei Tagen werde man sich auch in Österreich einstellen müssen, ist der Experte überzeugt. 

Der Forscher der Donau-Uni in Krems erklärt, dass die Impfungen das effektivste Instrument gegen die Omikron-Variante sei.  Es gehe darum, die Impflücken zu schließen. Der Appell zur Impfung richtet sich folglich nicht nur an die Auffrischungsimpfung sondern auch an all jene, die sich bislang einer Impfung verschlossen haben. 

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"Omikron-Welle wird Österreich treffen"

"Alles, was wir jetzt machen, wird uns vor der Omikron-Welle nicht retten. Die Omikron-Welle wird uns im Jänner mit einer sehr großen Wahrscheinlichkeit treffen. Alles, was wir jetzt tun, sind mehr oder weniger kleine Feinheiten, die im Jänner wenig Unterschied machen werden", malt der Wissenschaftler kein rosiges Bild für die unmittelbare Zukunft. 

Auch was den Impfstoff von Novamax angeht, zeigt sich Gartlehner skeptisch. Der Impfstoff soll ja, wie berichtet, noch im Dezember nach Österreich geliefert werden. Eine Zulassung durch die EMA und das Nationale Impfgremium könnte unmittelbar bevorstehen. Allerdings sei das Vakzin im Bezug auf die Ursprungsvariante entwickelt worden. Er wisse nicht, ob sie auch gegen die Omikron-Variante wirkt, so Gartlehner. Aber: "Besser Novamax als keine Impfung". 

Noch wisse man nicht genug über die Krankheitsverläufe, die mit einer Omikron-Infizierung einhergehen. Erste Daten aus Dänemark verhießen diesbezüglich nichts Gutes. Denn dort zeige sich in Ansätzen, dass die Hospitalisierungsrate eine ähnliche ist, wie bei der Delta-Variante. "Das wäre natürlich eine schlechte Nachricht", so Gartlehner. Bei der Dynamik, die Omikron mit sich bringt, solle man mit einem Lockdown nicht warten, bis die Intensivstationen zu einem Drittel gefüllt sind, so der abschließende Appell. 

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