Experte: Corona-Maßnahmen für Geimpfte wenig sinnvoll

Kontaktreduktionen unter Geimpften bringen epidemiologisch kaum etwas.
Kontaktreduktionen unter Geimpften bringen epidemiologisch kaum etwas.HERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
Österreich steht kurz vor der vierten Welle. Komplexitätsforscher Peter Klimek erklärt, warum Kontaktreduktionen unter Geimpften wenig bringen.

Die Corona-Zahlen steigen in Österreich stark an. Und das obwohl mehr als 60 Prozent bereits einmal geimpft sind. 866 Neuinfektionen wurden am Dienstag vermeldet. Derzeit befinden sich 270 Personen aufgrund des Coronavirus in krankenhäuslicher Behandlung. Davon werden 61 auf Intensivstationen betreut.

Keine Daten über Geimpfte im Spital

Wie viele der Patienten im Spital geimpft sind, ist nicht bekannt. Dieser Umstand wird von Experten kritisiert. Laut dem Epidemiologen Gerald Gartlehner könnten bessere Daten hier den Impffortschritt steigern, wie er im ORF-Radio erklärte. Das Risiko schwer zu erkranken, sei für Nicht-Geimpfte um das Sechsfache größer. Gartlehner fordert daher, dass die Daten aus dem E-Impfpass mit jenen aus den Spitälern verknüpft werden.

Welle rollt früher an

Komplexitätsforscher Peter Klimek erläutert, dass die saisonale Corona-Welle heuer früher anrollt, als im letzten Jahr. Auch er setzt sich dafür ein, dass klar ersichtliche Daten zu den Covid-19-Infektionszahlen unter Immunisierten und Nicht-Geimpften offengelegt werden.

Kontaktreduktionen unter Geimpften würden epidemiologisch deutlich weniger bringen, erklärte der Forscher gegenüber der APA. Laut seinen Angaben werde man mit der aktuellen Durchimpfungsrate und ohne Eindämmungsmaßnahmen alleine nicht durchkommen. Würde man jetzt aber Geimpfte, "die vermutlich nur ein Fünftel bis ein Zehntel zum epidemiologischen Risiko beitragen", mit Maßnahmen belegen, bringe das dementsprechend wenig. 

Mildere Kontaktreduktionen reichen aus

"Durch den Impffortschritt würden schon wesentlich mildere Kontaktreduktionsmaßnahmen ausreichen", meint er. Ein Lockdown-Comeback schließt Klimek weiter aus. 

Das Bild sei derzeit ähnlich wie im vergangenen Sommer. Allerdings zeige sich nun, dass die Belastung des Gesundheitssystems schon auf einem höheren Level ist, als zum selben Zeitpunkt im vergangenen Jahr.

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