Coronavirus

Experte: "Mit Omikron gehen wir in die nächste Phase"

Es werde zwar noch einmal hart werden, meint der Virologe, doch diese Sars-CoV-2-Variante sei vermutlich die letzte der Pandemie.
20 Minuten
26.12.2021, 07:40

Christian Drosten, der Direktor der Virologie an der Berliner Charité, hat sich als "Corona-Kenner" in Deutschland und über die Grenzen hinaus einen Ruf gemacht. Immer wieder schafft er es mit seinen Prognosen und Einschätzungen in die internationale Presse. Im Interview mit der "SonntagsZeitung" (Bezahlartikel) sagt er nun, dass wir mit Omikron vermutlich bereits bei dieser Variante angekommen sind, mit der wir in die "postpandemische Phase" gehen werden.

Was heißt das?

Weil die Variante Omikron so ansteckend ist, wird sie uns auch nach der Pandemie begleiten. Sie werde Delta ganz ersetzen oder mit Delta zusammen zirkulieren. Dazu komme, dass Omikron vermutlich nicht so schwer krank mache wie seine Vorgängervarianten. Dies sei wissenschaftlich zwar noch nicht bestätigt, erste Studien aus Südafrika und Großbritannien sollen aber darauf hinweisen, dass die Abschwächung nicht nur auf die Immunisierung der Bevölkerung zurückzuführen sei.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Das Problem in der Schweiz seien aber trotzdem die großen Impflücken in der älteren Bevölkerung: Menschen über 60 Jahre, die noch nicht am Coronavirus erkrankt sind. Man müsse abwarten, ob die geltenden Maßnahmen greifen oder dann gar 1G: "geboostert" einführen, wie die "SonntagsZeitung" Drosten zitiert. Denn bei Omikron helfe die Zweifachimpfung zwar gegen schwere Verläufe, fast nicht aber die Infektion selber und auch nicht gegen die Weitergabe des Virus.

Wann ist die endemische Phase erreicht?

Nichtsdestotrotz ist sich Drosten sicher: Impfungen helfen uns, die endemische Phase zu erreichen, ohne das unnötig viele Menschen sterben. Endemisch bedeutet nämlich nichts anderes, als dass das Virus dann dauerhaft gehäuft in einer begrenzten Region oder einer Population vorkommt.

Aber wie man es schaffe, die Impflücken zu schliessen, bleibe Aufgabe der Politik und letztlich der Gesellschaft, meint Drosten.

Weitere Storys