Experte rät zu Schul-Shutdown nach Ostern

Epidemiologe Gerald Gartlehner von der Donau-Universität Krems.
Epidemiologe Gerald Gartlehner von der Donau-Universität Krems.Screenshot ORF
Epidemiologe Gerald Gartlehner von der Donau-Universität Krems spricht sich in der "ZiB 2" gegen einen Oster-Lockdown, jedoch für längere Ferien aus.

Es ist der bisherige Höhepunkt der steigenden Infektionszahlen gewesen. Am Donnerstag gab es 3.357 Neuinfektionen, um über 400 mehr als am Vergleichstag der Vorwoche. Was auffällt: Das Virus "erwischt" inzwischen vor allem Kinder und Jugendliche. "Eine Verlängerung der Osterferien wäre daher eine gute Maßnahme, weil man kurz die Pausentaste drücken könnte, ohne dass viel Unterricht verloren geht", so Epidemiologe Gerald Gartlehner von der Donau-Universität Krems.

"Werden gegensteuern müssen"

In der Bundeshauptstadt Wien wurden gar vierstellige Zuwächse mit 1.080 neuen Corona-Fällen gemeldet – so hoch waren die Neuinfektionszahlen seit November 2020 nicht mehr. Experten sorgen sich bereits über ein Platzen des Oster-Lock-Ups – und einen neuen harten Lockdown.

"Die angedachten Öffnungen an Ostern sehe ich eher unrealistisch, die Zahlen sind zu hoch, die Kapazitäten an den Krankenhäusern sind vielerorts schon sehr gering. Aber wir werde gegensteuern müssen, nicht mit neuen Schließungen sondern mit gelinderen Mitteln", so der Experte. Beispielsweise wären eine Homeoffice-Pflicht, wie sie in der Schweiz praktiziert wird, eine Möglichkeit, "es würde die Kontakte in den Büros und den öffentlichen Verkehrsmitteln verringern."

So kann Lockdown vermieden werden

Wahrscheinlich aufgrund der ansteckenderen, britischen Virus-Mutation B.1.1.7 komme es derzeit auch an Schulen vermehrt zu Infektionen. "Um die Kinder mache ich mir keine Sorgen, aber sie tragen die Infektionen zu den älteren Bevölkerungsschichten", so Gartlehner. Einer Verlängerung der Osterferien steht er daher positiv gegenüber.

Um den Lockdown zu vermeiden, sollten, so Gartlehner, weiters Antigentests nicht mehr 48, sondern "nur" 24 Stunden gültig sein; die "Nasenbohrer"-Tests an Schulen "überzeugenderen" Tests weichen, und regionale Maßnahmen wie in Hermagor (Kärnten) oder Wiener Neustadt (NÖ) schneller umgesetzt werden. "Aktuell sehe ich keinen Grund, zu erwarten, dass nach Ostern plötzlich alles deutlich besser wird", so der Epidemiologe. 

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