Experte sicher: Große Öffnungsschritte im Mai möglich

Niki Popper und Kathrin Stainer-Hämmerle waren am Donnerstag (15. April 2021) zu Gast in der ZIB2.
Niki Popper und Kathrin Stainer-Hämmerle waren am Donnerstag (15. April 2021) zu Gast in der ZIB2.Screenshot ORF
Simulationsforscher Niki Popper ist sich sicher, dass es in Österreich schon bald wieder "Normalität" geben kann, großer Impffortschritt inklusive.

Der Simulationsforscher Niki Popper blickt einigermaßen optimistisch in die Zukunft. In der ZIB2 erklärte er am Donnerstagabend im Gespräch mit Lou Lorenz-Dittlbacher, dass es "sehr bald besser wird". In erster Linie seien es zwei Dinge, die ihn zu diesem Schluss kommen lassen. 

Zum einen die Immunisierung. Aktuell sind in Österreich 25 Prozent, also jeder Vierte, immun gegen das Coronavirus. 18 Prozent hätten diesen Status nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung, sieben Prozent durch die Corona-Schutzimpfung. Treffen die Vorhersagen der Modelle ein, dann wird dieser Wert Ende Juni bei 73 Prozent liegen. Hochrisikogruppen und Ältere sollen zu diesem Zeitpunkt dann schon vollständig durchgeimpft seien. 

Durchimpfungsrate und Saisonalität als Pluspunkte

70 Prozent Durchimpfungsrate gelten ja als Richtwert, um ohne größere Bedenken breit angelegte Öffnungsschritte realisieren zu können. Zwar sei es laut Popper die nächsten zwei, drei Wochen noch wichtig das Geschehen auf den Intensivstationen im Auge zu behalten, der Blick müsse aber schon in die Planung des Sommers gehen. Konkret sprach Popper von besseren Tests in den Schulen, mit denen dann im Juni schon wieder flächendeckender Präsenzunterricht für alle möglich sein könnte. 

Was raschen Öffnungen im Mai zu gute kommt, ist die Saisonalität. In allzu große Euphorie wollt Popper allerdings nicht verfallen. Denn obwohl die Lockdowns, vor allem im Osten, ihre Wirkung zeigen und die Fallzahlen in allen Bundesländern einigermaßen im Rahmen sind, hätte er sich von der Politik ein noch klareres und teilweise auch schnelleres Vorgehen gewünscht. Auch die Kommunikation der Regierung kritisierte er. 

Apropos Politik. An der Doppelconference nahm am Donnerstag auch Politikwissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle teil. Diese bewertete den Vorstoß Hans Peter Doskozils als Aktion eines Landeshauptmanns, der wiedergewählt werden möchte. Der Schritt, das Burgenland rasch wieder zu öffnen könne auch ein taktischer Schritt gegenüber der türkis-grünen Bundesregierung sein. Popper sieht in der Strategie Doskozils eine Abwägung zwischen mehrere Faktoren. Als falsch bezeichnete er den Schritt allerdings nicht. 

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