Experte spricht über Gas-Engpass in Österreich

E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch war am Mittwoch zu Gast bei Armin Wolf in der ORF-"ZIB2".
E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch war am Mittwoch zu Gast bei Armin Wolf in der ORF-"ZIB2".
Eine Pipeline durch die Ukraine liefert aktuell um rund ein Viertel weniger Gas nach Europa. Was bedeutet das für Österreich. Ein Experte klärt auf.

Die Ukraine schränkte zuletzt den Transit von russischem Gas nach Europa ein. Eine wichtige Pipeline, die Russland mit Europa verbindet soll mittlerweile um ein Viertel weniger Gas transportieren. Doch was bedeutet das für die Gasversorgung Österreichs? Zu dieser Frage war E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch am Mittwoch Studiogast in der "ZIB2". Bei Moderator Armin Wolf erklärte der Experte, dass es derzeit kein Versorgungsproblem in Österreich gebe. 

Das hänge damit zusammen, dass es auch andere Leitungen gibt, über die Erdgas nach Europa strömt. Aber auch die sommerlichen Temperaturen würden dafür sorgen, dass der aktuelle Bedarf an Erdgas in Österreich gedeckt ist. In der jetzigen Situation sei es schwierig, an gesicherte Informationen zu gelangen. Man wisse nicht, warum es zum Ausfall der Gaslieferungen komme. 

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Gasspeicher werden weiter gefüllt

Die Ukraine argumentiert, dass die besagte Pipeline nicht mehr sicher zu betreiben sei. Klar sei allerdings, dass der russische Lieferant Gasprom seinen Verpflichtungen nachkomme. Das erklärte auch Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Mittwoch. Was die Einspeicherungen von Erdgas betrifft, erklärte der Experte, dass diese weiter voranschreite. Aktuell seien 22 Prozent der heimischen Gasverbrauchs eingespeichert, dieser Vorgang würde aber noch vorangetrieben werden. 

Ob er Angst habe, dass Gasleitungen beschädigt werden? Das könne im Krieg immer passieren, speziell bei den sogenannten Verdichtungsstationen. Die Leitungen selbst seien unter der Erde und dadurch etwas geschützt.  Zum Schluss wollte Armin Wolf wissen, warum die Strompreise aktuell so hoch seien, auch bei Anbietern, die nicht auf fossile Brennstoffe angewiesen sind. Theoretisch, so Urbantschitsch, könnten heimische Energieversorger günstigere Preise anbieten. Allerdings hänge das von den Eigentümerverhältnissen ab. Denn selbst bei (teil-)staatlichen Unternehmen sei der Staat nur Mehrheitseigentümer und könne eine solche Policy nicht ohne Zustimmung der übrigen Eigentümer durchsetzen. 

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