Experte verrät: So wird der Strompreis wieder leistbar

Die Strompreise steigen stark an, Experte Michael Strugl hat jedoch einen Ratschlag.  (Symbolbild).
Die Strompreise steigen stark an, Experte Michael Strugl hat jedoch einen Ratschlag.  (Symbolbild).Weingartner-Foto / picturedesk.com
Die steigenden Stromkosten werden für viele Österreicher zur Belastung. Verbund-Chef Michael Strugl spricht offen über eine mögliche Lösung. 

Der Krieg in der Ukraine hat in Österreich und in Europa eine heftige Diskussion über die Abhängigkeit von russischem Gas ausgelöst. Seit mehreren Tagen sieht es nun danach aus, dass Kriegstreiber Wladimir PutinGas als strategisches Mittel einsetzt und daher schleichend am Gashahn dreht. Österreich setzt daher bereits auf die Wiedereinführung von Kohle, Verbund-Chef Michael Strugl, ist jedoch wenig optimistisch. 

Alternativen zu Gas "nicht angenehm"

Alle Alternativen zu Gas, seien Strugl zufolge, "nicht sehr angenehm". Zwar könne man durchaus kurzzeitig zur Kohle zurückkehren, langfristig wäre dieser Schritt jedoch nicht denkbar. Das liegt unter anderem daran, dass das Kraftwerk derzeit massiv Personal fehlen würde. Die Umrüstung und der geplante Zukauf von Kohle würde demnach ebenfalls wertvolle Zeit kosten. 

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Zwar würde in Deutschlanddie Kohle als Notlösung herhalten, jedoch würde Österreich unter anderen Vorzeichen stehen. Hierzulande sind die meisten Blöcke schon viel zu lange vom Netz und auch aus Klimasicht wäre ein Dauerbetrieb unmöglich zu rechtfertigen, meint Strugl.

Auch was die Kraft angeht, ist das Kohlekraftwerk nicht besonders stark: "Das hat eine Leistung von 240 Megawatt, die Gasturbine daneben hat eine Leistung von 840 MW. Das sagt schon einiges", sagt Strugl im Gespräch mit dem "Standard". Im Jahresschnitt würde Österreichs Stromversorgung zwischen 15 und 18 Prozent von Gas abhängig sein, im Winter sogar um 30 Prozent. 

Erneuerbare Energie als Schlüssel zu billigen Preisen 

Statt nun auf Kohle zu setzen, wäre es indes viel wichtiger, die erneuerbare Energie auszubauen, sagt der Experte. Mit dem Ausbau von Windkraftwerken soll dann auch das Ziel 100 Prozent des Strombedarfs bis 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu stemmen, erreicht werden. 

Mit einem Fortschritt bei der erneuerbaren Energie ist sich Strugl zudem sicher, dass auch die Heizkosten wieder sinken werden. Das belegen auch Zahlen des "Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA)". Dieses hat in einer Studie bereits im vergangenen Jahr ausgerechnet, dass erneuerbare Energien den Strompreismassiv dämpfen würden.

Durch Windkraft, Sonnenenergie, Wasserkraft und Biomasse sind der Europäischen Union im vergangenen Sommer eine Kostenersparnis von 18,5 Mrd. Euro gelungen. "Diese Zahlen zeigen einmal mehr, wie wertvoll es für Europas Wirtschaft ist, die Stromerzeugung durch möglichst viel erneuerbare Energie zur Verfügung zu stellen", meint Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.

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Österreich sei in den vergangenen Jahren in dieser Hinsicht oft zu zaghaft gewesen, das wissen mittlerweile auch die Österreicherinnen und Österreich. Einer Gallup-Umfrage zufolge, meint jeder zweite der 1.000 Befragten, dass der Ausbau zu langsam voranginge. Die Zustimmung zum Ausbau von erneuerbarer Energie ist hierzulande zudem auf einem Rekordhoch. 

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