Wirtschaft

Top-Experte warnt vor der nächsten Teuerungswelle

Die Preissteigerungen in den verschiedenen Bereichen kommen in Wellen, so Experte Schnellbächer. Diese werden uns noch ein Jahr lang begleiten.
Leo Stempfl
28.03.2022, 14:52

Wer dachte, es könnte nicht mehr schlimmer werden, hat sich schmerzhaft geirrt. Die jüngsten Teuerungen, etwa der starke Anstieg beim Sprit, waren nur die ersten von vielen Teuerungswellen, die Kurs auf unser Haushaltsbudget nehmen.

Bis die Effekte der irgendwann wieder sinkenden Preise bei der Bevölkerung ankommen, wird es wohl noch ein gutes Jahr dauern, sagt der Beschaffungsexperte Wolfgang Schnellbächer von der Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG). Im Gespräch mit der "APA" erklärt er: "Die Preiserhöhungen kommen in Wellen."

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Drei bis vier Wochen

Gesehen habe man das bereits bei der regelrechten Explosion des Spritpreises, wenige Tage später sank dieser wieder etwas. "Die nächsten werden wahrscheinlich in den kommenden drei, vier Wochen spürbar werden. Und bis die letzten Wellen da sind, kann das bis zu einem Jahr dauern."

Diese Verzögerung wird durch die Inflation noch weiter befeuert. Viele Unternehmen und Branchen hätten ihre Preisanstiege noch überhaupt nicht an die Kunden weitergegeben, weil diese Prozesse sehr langsam ablaufen.

"Bei Lebensmitteln gibt es in Summe Preisanstiege von 11 Prozent, aber nur fünf Prozent sind bisher beim Kunden angekommen, bei Hygieneartikeln liegt der Anstieg bei acht Prozent und nur zwei Prozent sind beim Endkunden angekommen."

Schwierige Lohnverhandlungen

Dabei spielen aber auch zahlreiche andere Wirtschaftszweige eine tragende Rolle, erklärt Schnellbächer im "APA"-Gespräch. Im Maschinenbau etwa war der Preisanstieg im letzten Monat so hoch wie im gesamten vergangenen Jahr.

Wird der Motor teurer, wirkt sich das auf den Preis des Traktors aus. Diese gesteigerten Kosten, die der Bauer tragen muss, wird er dann im Rahmen des Weizenpreises an seine Abnehmer weitergeben, diese wiederum an den Endkunden.

Für Unternehmer wird es deswegen jetzt doppelt schwer. Sie haben einerseits selbst mit immer höher werdenden eigenen Kosten zu rechnen, werden aber auch auf die Forderungen der Arbeitnehmer nach mehr Lohn eingehen müssen – immerhin wird für diese das persönliche Überleben zunehmend unleistbar.