Coronavirus

Experten einig: Ende der Corona-Pandemie in Sicht

US-Präsident Joe Biden sorgte am Wochenende für Aufsehen, als er die Corona-Pandemie für beendet erklärte. Experten sehen das allerdings anders.

Heute Redaktion
Mit dem Ende des Sommers steigen auch in Österreich die Corona-Infektionszahlen wieder an.
Mit dem Ende des Sommers steigen auch in Österreich die Corona-Infektionszahlen wieder an.
ALEX HALADA / AFP / picturedesk.com

Fast drei Jahre begleitet uns das Coronavirus mittlerweile. Unzählige Lockdowns, Einschränkungen und Maskenpflicht haben in der Vergangenheit unser Leben komplett auf den Kopf gestellt. Mittlerweile hat sich die Lage deutlich verbessert. Neuere Varianten des Virus sorgen tendenziell nicht mehr für schwere Erkrankungen, auch die Immunität in der Bevölkerung hat sich erhöht.

Infektionszahlen steigen im Herbst

Am Sonntag sorgte US-Präsident Joe Biden in einem Interview für Aufsehen. "Die Pandemie ist vorbei. Niemand trage mehr eine Maske, und jeder scheint in ziemlich guter Verfassung zu sein", sagte er. Zwar räumte er ein, dass das Virus noch einige Probleme bereite, aber die Pandemie sei vorbei.

Experten und Expertinnen sehen das noch anders. Mit dem Ende des Sommers steigen auch in Österreich die Infektionszahlen wieder an. Am Dienstag wurden 6.058 neue Fälle registriert. Auch in den Spitälern sind immer mehr Betten belegt.

"Das Ende der Pandemie ist noch nicht erreicht, aber es wird mit Sicherheit nicht mehr so lange dauern, wie es schon gedauert hat", erklärt die Virologin Monika Redlberger-Fritz von der MedUni Wien gegenüber dem "Kurier". "Ob die Pandemie noch ein halbes Jahr, ein oder zwei Jahre andauern wird, traue ich mich nicht vorherzusagen. Es hängt davon ab, wie schnell oder nicht schnell sich das Virus verändert und wie gut das Immunsystem reagieren kann."

"Virus noch nicht vollständig an Menschen angepasst"

Sie geht davon aus, dass das Virus besser übertragbar wird, aber nicht mehr so stark in der Lage ist, schwere Erkrankungen auszulösen. Dies konnte man zumindest bei anderen Pandemieviren in der Geschichte beobachten. Damit wäre der Übergang in eine Epidemie erreicht. Laut Redlberger-Fritz ist dieser Zeitpunkt aber noch nicht gekommen: "Das Virus ändert sich einfach noch zu schnell und zu rasch und hat sich noch nicht vollständig an den Menschen angepasst."

Auch WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte, dass die Pandemie noch nicht vorbei sei. Das Ende sei aber in Sicht, wie bei der Schlussphase eines Marathons. In dieselbe Kerbe schlägt EMA-Medizinchef Steffen Thirstrup: "Wir in Europa betrachten die Pandemie immer noch als andauernd." Es sei wichtig, dass sich die EU-Länder auf die Einführung der Impfstoffe vorbereiten.

"Wir sind auf dem Weg zum Pandemieende, aber medizinisch gesehen sind wir noch nicht dort", sagt Public-Health-Experte Hans-Peter Hutter im "KURIER-daily-Podcast". Er hob hervor, dass wir zur Normalität zurückkehren müssen. "Wenn aber im Dezember viele Menschen zu Hause krank sind, dann gibt es auch Probleme für unser Zusammenleben."

"Angst nimmt ab"

Konkret gibt es neben dem medizinischen Aspekt auch ein "soziales Ende" der Pandemie, das derzeit spürbar ist. "Ab dem Zeitpunkt, in dem es wirksame Impfungen und Medikamente gibt, ändert sich der Umgang mit Seuchen. Man findet sich damit ab, dass es diese Krankheit gibt, lebt damit, arrangiert sich mit der Krankheit. Die Angst nimmt ab", sagt die Medizinhistorikerin Daniela Angetter von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

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