Wetter

Experten geben Hoffnung auf weiße Weihnachten nicht auf

Wetter-Experten haben leise Hoffnungen, dass Österreich heuer weiße Weihnachten ins Haus stehen. Es wäre vielerorts eher Ausnahme als Regel. 

Noch sind es zwei Wochen bis Weihnachten und detaillierte Wetterprognosen für die Feiertage sind laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) nicht möglich. Ziemlich sicher ist, dass uns in der kommenden Woche eine sehr milde Wetterphase erwartet. In Regionen, wo schon jetzt relativ viel Schnee liegt, wird zumindest ein Teil davon die milde Witterung überstehen. Das gilt generell für Regionen im Bergland ab etwa 800 Meter Seehöhe, aber auch für etwas tiefere Lagen in Teilen von Kärnten und Osttirol. Derzeit liegen zum Beispiel in Dellach im Drautal rund 60 cm Schnee, in Lienz und Villach zwischen 30 und 40 cm.

Laut Ubimet-Experten Nikolas Zimmermann stehen in inneralpinen Tallagen von Vorarlberg über Tirol und Salzburg bis in die Obersteiermark sowie in Kärnten die Chancen auf ein weißes Fest "sehr gut". "Am Alpenrand und vor allem im Flachland von Oberösterreich bis ins Burgenland kann es in den kommenden Wochen hingegen durchaus noch markantes Tauwetter geben, entsprechend liegt die Wahrscheinlichkeit hier nach aktuellem Stand noch unter 25 Prozent". 

Vom südlichen Vorarlberg über die Kitzbüheler Alpen bis zum Hochschwab-Gebiet sowie in Kärnten wird es mit großer Wahrscheinlichkeit eine Schneedecke geben. Abseits der Alpen ist es derzeit noch zu früh für eine seriöse Einschätzung, weil dafür die Großwetterlage kurz vor Weihnachten eine entscheidende Rolle spielt. Die Modelle gehen derzeit noch sehr weit auseinander, dazu kann man also erst ab der Monatsmitte einen Trend geben.

Ein wenig Hoffnung besteht also  noch für ganz Österreich, dass nach der milden nächsten Woche die übernächste Woche vielleicht rechtzeitig zu Weihnachten doch wieder kälteres Wetter bringt.

Weiße Weihnachten vielerorts Ausnahmefall

Dass weiße Weihnachten mittlerweile eher Ausnahme als Regel sind, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Alexander Orlik von der ZAMG zeigt anhand von historischen Daten, dass sich der Schnee zu Weihnachten nur selten zeigt.

"Zum Beispiel ist in den Landeshauptstädten von der Klimaperiode 1961 bis 1990 zur Klimaperiode 1991 bis 2020 die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten um 30 bis 60 Prozent zurückgegangen", sagt Orlik , "ganz grob lässt sich für die tiefen Lagen Österreichs sagen: Die Chance auf weiße Weihnachten hat sich in den letzten Jahrzehnten halbiert."

Meist nur alle drei bis sechs Jahre weiß

Selbst wenn sich die Auswertung nicht nur auf den 24. Dezember beschränkt, sondern auch den 25. und 26. einschließt, ist eine weihnachtliche Schneedecke in fast allen Landeshauptstädten mittlerweile die Ausnahme. Für die letzten 30 Jahre (1991-2020) gilt: Statistisch gesehen gibt es in Wien, Eisenstadt, St. Pölten und Linz nur alle vier bis sechs Jahre zu Weihnachten eine geschlossene Schneedecke. Bregenz, Graz und Klagenfurt sind durchschnittlich jedes dritte Jahr weiß. Am besten stehen die Chancen in Innsbruck und Salzburg, hier ist Weihnachten statistisch gesehen alle zwei bis drei Jahre weiß.

Weihnachten mit Schneeflocken noch seltener

Im Vergleich zu einer Schneedecke, die schon länger liegen kann, ist die Chance auf frischen Schnee zu Weihnachten noch seltener. "Neuschnee am 24., 25. oder 26. Dezember kam in den letzten 30 Jahren statistisch gesehen in Wien, St. Pölten und Eisenstadt nur alle 10 bis 15 Jahre vor, in Graz, Klagenfurt, Linz und Bregenz alle 6 bis 8 Jahre und in Salzburg und Innsbruck alle 3 bis 4 Jahre", sagt Orlik.

Stellenweise seit über zehn Jahren grüne Weihnachten

In den letzten 30 Jahren ist Weihnachten fast sprunghaft grüner geworden. Gab es in den 1990er-Jahren noch einigermaßen regelmäßig auch in tiefen Lagen weiße Weihnachten, fallen sie seit den sehr milden 2000er-Jahren fast durchgehend aus. Die meisten Landeshauptstädte verzeichnen mittlerweile die jeweils längste Serie an Weihnachten ohne Schnee am 24., 25. oder 26. Dezember. So erlebt St. Pölten seit 2008 durchgehend grüne Weihnachten.

In Bregenz, Linz, Graz, Klagenfurt gab es seit 2011 keinen Schnee zu Weihnachten. In Wien und Eisenstadt brachte zuletzt 2012 eine dünne weihnachtliche Schneedecke. Salzburg erlebte am 26.12.2014 Schnee zu Weihnachten und Innsbruck am 26. Dezember 2020.

Natürliche Schwankungen und Klimaänderung

ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik sieht zwei Gründe für die Zunahme von grünen Weihnachten: "Zum einen brachten die 1960er-Jahre viele relativ kalte Dezember. Das wirkt sich auf die Weihnachtsstatistik stark aus. Von 1961 bis 1965 zum Beispiel war Österreich zu Weihnachten fast jedes Jahr flächendeckend weiß."

"In Klagenfurt lag sogar von 1961 bis 1971 jedes Jahr am 24. Dezember Schnee. Zum anderen ist der wenige Schnee zu Weihnachten aber auch eindeutig eine Folge der Klimaerwärmung. Der Dezember ist in Österreich seit den 1950er-Jahren um 1,0 bis 1,5 °C wärmer geworden. Das wirkt sich auf die Schneelage zu Weihnachten aus, weil es in tiefen Lagen öfter regnet als schneit beziehungsweise gefallener Schnee schneller wieder schmilzt", führt er aus.

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