Coronavirus

Experten rechnen mit leichtem Anstieg der Corona-Zahlen

Auch wenn die Zahlen vermutlich wieder leicht steigen werden – ein Sommer wie vor Corona sei durchaus im Bereich des Möglichen.
Leo Stempfl
28.05.2021, 22:31

Die neusten Lockerungen sind hinreichend bekannt, spätestens mit 1. Juli soll dann fast alles beim Alten sein. Nur die Clubs müssen sich nach wie vor gedulden. Aber ist es wirklich klug, jetzt schon alles zu öffnen? Dazu waren in der "ZIB 2" die Epidemiologin Eva Schernhammer und der Komplexitätsforscher Peter Klimek von der MedUni Wien zu Gast.

Warum die Zahlen gerade so stark fallen, steht noch nicht zu 100 Prozent fest. Die saisonalen Effekte seien nicht vollständig abgeklärt, so Klimek. Die Öffnungen könne man sich aber leisten, vorausgesetzt dass es in den nächsten Tagen keine völlige Explosion der Zahlen gibt. Klimek rechnet aber auch mit einem leichten Anstieg durch die vermehrten Unternehmungen. Auf die Intensivstationen sollte sich das aufgrund der Impfungen aber nicht sonderlich auswirken.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Sommer wie früher

Wird also der Sommer normal? "Es steht und fällt mit dem Impffortschritt", urteilt Schernhammer. Ein Sommer wie früher sei dadurch sehr wohl möglich. Derzeit dürften etwa 70 Prozent der Bevölkerung hinreichend geschützt sein (geimpft, genesen oder zu jung für die Impfung), also eine recht gute Voraussetzung. Aber beim Ende der Maskenpflicht "ist das letzte Wort noch nicht gesprochen." Entwickeln sich die Zahlen anders als erwartet, könnte man auch im Spätsommer wieder zu einer weitreichenderen FFP2-Maskenpflicht zurückkehren müssen.

Ab sofort können auch 12- bis 15-Jährige geimpft werden. Den Nutzen sieht Schernhammer "durchaus, wie bei allem Altersklassen." Auch, weil man dadurch ein befreiteres Leben führen, spontan in ein Lokal kann, nicht immer testen gehen muss. Die generelle Empfehlung wird deswegen darauf lauten, dass sich auch die jungen Menschen impfen lassen sollten. 

In Dänemark gibt es aktuell eine ähnliche Öffnungsstrategie wie in Österreich, erzählt Klimek. Hier zeigten sich leichte Anstiege, die aber durch die steigenden Impfungen auskaschiert werden konnten. Für die nächsten Wochen schließt man eine Belastungsprobe für die Intensivstationen aber weitestgehend aus.