Gesundheit

Experten sagen, wann neue Corona-Mutante dominant wird

Die neue Omikron-Subvariante hat in Österreich Fahrt aufgenommen. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC rechnet weiter mit einer schnellen Ausbreitung.

Christine Scharfetter
Die hochansteckende Omikron-Subvariante nimmt in Österreich weiter zu.
Die hochansteckende Omikron-Subvariante nimmt in Österreich weiter zu.
ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com

Seit Mitte Dezember sorgt der Omikron-Abkömmling XBB.1.5 für Schlagzeilen. In den USA machte die Coronavirus-Variante innerhalb kurzer Zeit ein Viertel der Fälle aus. In Österreich verdoppelte sich ihr Anteil zuletzt wöchentlich. Die in Stockholm ansässige EU-Gesundheitsbehörde ECDC rechnet damit, dass sich die Sublinie auch weiterhin schnell ausbreiten wird.

Mathematische Modelle würden darauf hindeuten, dass XBB.1.5 schon in ein bis zwei Monaten auch in Europa dominant werden könnte, hieß es in einer zuletzt veröffentlichen Bewertung der Behörde.

Geringes Risiko für Geimpfte

Doch obwohl die Variante aufgrund ihrer Mutationen als hochansteckend gilt, stelle der "Kraken", wie die Variante mittlerweile genannt wird, keine größeres Risiko für die meisten Menschen in Europa dar. Für die allgemeine Bevölkerung im Europäischen Wirtschaftsraum werde es sogar als niedrig eingestuft. 

Ein mäßiges bis hohes Risiko bestehe dagegen je nach Immunität gegen das Coronavirus für gefährdete Personen wie Ältere, Nicht-Geimpfte und Immungeschwächte. Daher empfehle das ECDC, Tests durchzuführen und auszuwerten, mehr Corona-Impfungen zu verabreichen sowie Maßnahmen zur Infektionsprävention und Kontrollmaßnahmen zu verstärken.

Krankheitsverlauf

Demnach gebe es derzeit auch keine Anzeichen dafür, dass eine Infektion mit XBB.1.5 einen schwereren Krankheitsverlauf nach sich zieht als eine mit vorherigen Omikron-Sublinien. Eine Meinung, die auch die Molekularbiologe Ulrich Elling teilt. Der Forscher vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist gemeinsam mit seinem Team für die Sequenzierungs-Überwachung in ganz Österreich verantwortlich.

Entscheidend hierfür sei laut dem Wissenschaftler die Hybridimmunität der Bevölkerung. Sprich, die Kombination von Impfung und der Schutz durch einen durchgemachte Infektion bei jedem einzelnen Individuum. Angesichts dessen sei "das Thema gefährlich Variante eine überflüssige Diskussion", so Elling gegenüber "Heute".

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